Archiv des Autors: saskia

Nicolás Astorga & Christian Kölbl

I’m not here to make Friends

Vernissage 13. Mai 2022 ab 19 Uhr, Ausstellung 14. Mai – 4. Juni 2022

Talk mit Johannes Büttner am 3. Juni 19 Uhr

– In order to become a great artist you have to be a bad person.

Ziel: Erfolg in der künstlerischen Karriere und damit die Geburt eines Bösewichts.

Der Schurke muss nicht mehr laut die Veranstaltung crashen. Der Neo-Bösewicht schleicht um den alten Typus der Schurkenperformance herum. Er versteckt sich in Beziehungen und Dingen und baut ein System auf, das er eine demokratische „HATE with LOVE“ – Maschine nennt. Der echte oder alte Bösewicht wird nur noch gebraucht, um nicht im Rampenlicht zu stehen – das Eigentliche findet nicht auf der Hauptbühne, sondern im Backstage-Bereich statt.

Einerseits kann die Kunst als ein offener demokratischer Raum für kritisches Denken verstanden werden, andererseits kann sie aber auch als ein stark kapitalistisch geprägtes Umfeld wahrgenommen werden, das es den Privilegierten ermöglicht, ihren Reichtum zur Schau zu stellen. Künstler sind verpflichtet, ihre Karriere um jeden Preis voranzutreiben, Entscheidungen zu treffen, skrupellose Wege zu gehen und den Individualismus als Brücke zu ihrem Erfolg zu wählen: „Narzissten, die bereit sind, ihre Würde für eine Abkürzung zu Ruhm und Berühmtheit zu opfern“(*).

„Ein Protagonist und seine Geschichte können nur so intellektuell faszinierend und emotional fesselnd sein, wie die Kräfte des Antagonismus sie machen. Unsere Bösewichte müssen klug sein, sie müssen furchterregend sein, (…) sie müssen eine vertretbare Position haben.“(*) Der alte Bösewicht wurde als negative Vorraussetzung für die Suche nach dem Guten eingeführt. Wenn man diese Dialektik bedenkt, wird einem klar, dass es nicht bedeutet, Entscheidungen zu treffen und Wege zu gehen, die nicht die ethischsten sind, um die eigene Karriere voranzutreiben.

http://nicolasastorga.com/

 http://christian-koelbl.de/

Talk mit Johannes Brückner: “ Für Higher Potential habe ich Coaches und Experten aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Business Skalierung und Achtsamkeit die Möglichkeit gegeben, im Rahmen der Ausstellung für ihre Produkte zu werben und nach dem Prinzip des Affiliate Marketings zu bezahlen. Dabei arbeitet der Werbende, in diesem Fall ich, selbstständig und bewirbt die Dienstleistungen über personalisierte Links, die bei Bestellung mit einer Provision vergütet werden. Die durch die Ausstellung erzeugte Aufmerksamkeit der Besucher*innen wird in der Arbeit als Produkt an die Coaches verkauft.“

Nicolás Astorga & Christian Kölbl

I’m not here to make Friends

Opening 13. May 2022 starts 7 p.m., exhibition 14. May – 4. June 2022

Talk with Johannes Büttner on 3. June 2022, 7 p.m.

– In order to become a great artist you have to be a bad person.

The premise of the exhibition is the goal of success in artistic career, and therefore the birth of a villain. Under this presumption the villain does not have to crash the table anymore. The neo villain sneaks around the old type of villain performance. Hiding in relationships and things, he sets up a system called a democratic „HATE with LOVE“ – machine. The real or old villain is only needed for not standing in the spot – not on the main stage but cruising through the backstage.

On the one hand art can be understood as an open democratic space for critical thought, but on the other, it can be perceived as a heavy capitalistic aspirational environment that allows the more privileged ones to flaunt their wealth. Artists are obligated to push their careers at any costs, taking decisions and following unscrupulous paths and choosing individualism as the bridge to get to their success: „narcissists willing to cash in their dignity for a shortcut to fame and notoriety“(*).

„A protagonist and his story can only be as intellectually fascinating and emotionally compelling as the forces of antagonism make them. We need our villains to be smart, we need them to be formidable, (…) we need them to have a defensible position.“(*) The old villain was introduced as a negative condition for seeking good. Considering these dialectics make one realize that it does not mean to take decisions and follow paths that are not the most ethical ones to push one’s career.

ttp://nicolasastorga.com/ 

 http://christian-koelbl.de/

Talk with Christian Brückner: „Coaches, experts and service providers in the field of business, mindfulness and personal development are given the opportunity to promote their products in the context of the exhibition, paying according to the principle of affiliate marketing. In affiliate marketing, the advertiser, in this case the artist, works independently and advertises services through personalized links. His work is remunerated with a commission. The attention of the visitors generated by the exhibition is in this case sold to the coaches as a product.“


attaque(e)r le visible

kuratiert von Lawinia Rate

attaque(e)r le visible ist eine Experimentalfilmplattform für Projektionen, Treffen, Gespräche, Buchpräsentationen und Vorträge. Sowohl ältere Experimentalfilme als auch die aktuellsten Entwicklungen des Genres finden hier einen Platz. attaque(e)r le visible widmet sich Filmen, die die Konsistenz und den Illusionismus des klassischen Spielfilms durch bewusste Verweise auf seine technische Eingebundenheit, seine Inkohärenz und auf die Materialität des Films
stören. Gezeigt werden Arbeiten, die sich durch die Verweigerung stereotyper Bilder und linearer Narration kritisch gegenüber ihrer Mitwelt, normativen Sichtbarkeiten, Formen und Körpern positionieren. Kurz, es geht um Filme, die Selbstverständlichkeiten nicht trauen, um Filme, für die das Wort „normalerweise“ nicht existiert.

Nach Stationen in Paris, Kassel und Köln findet attaque(e)r le visible in Kollaboration mit dem Raum für drastische Maßnahmen nun seine Fortsetzung in Berlin. Die Reihe besteht aus zwei Teilen, Körperliche Interventionen und dem Videofest. In monatlichen Projektionen zeigt Körperliche Interventionen Experimentalfilme aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf der Berliner Experimentalfilmszene. „Körper“ wird hier im weiteren Sinne verstanden. Es geht nicht lediglich um den menschlichen Körper, sondern ebenfalls um den Körper des Films, seine Materialität, seine photochemikalische Hülle sowie um die Herstellung von Filmen in Kollektiven. Unter anderen könnt ihr euch auf Filme von Dore O., Margaret Raspé, Monika Funke Stern, Ute Aurand und Helga Fanderl freuen.
Die zwei- bis dreimal jährlich stattfindende Projektion Videofest wendet sich neueren Tendenzen im Experiment in Film und Video zu.attaque(e)r le visible.

Programm:

Körperliche Interventionen

MARIA VEDDER Video – Arbeiten der 70er und 80er Jahre

4. Mai 2022, Beginn 19:30 Uhr

Aus gesundheitlichen Gründen wurde die Veranstaltung auf den 2. November 22 verschoben.

Nach ihrem Studium der Fotografie begann Maria Vedder Ende der 70er Jahre Super 8-Filme zu drehen. Zugleich widmete sie sich der Videokunst, wo sie für ihre Video-Installationen oder, wie manche sagen würden, Video-Skulpturen bekannt wurde. Mehrere übereinandergestapelte oder nebeneinandergestellte Kastenmonitore zeigen Bilder, die oft elektronisch verfremdet sind. Die interagierenden Bilder scheinen miteinander zu spielen oder aufeinander zu reagieren. Der Anschein der Interaktion wird durch eine spezielle Synchronisierung erreicht. An Maria Vedders Arbeiten aus den 80er Jahren lassen sich technologische Entwicklungen des Mediums Video nachvollziehen. Heute erzählen sie zudem von der Vergänglichkeit der Technik, wenn manche Arbeiten nicht mehr wie ursprünglich abgespielt werden können, weil Wiedergabegeräte nicht mehr funktionieren und sie nicht mehr verfügbar sind. Maria Vedders künstlerische Praxis ist immer wieder auf Kollaboration ausgerichtet. Bettina Gruber, Uwe Wiesemann und Brian Eno gehören zu den Personen, mit denen sie eng zusammengearbeitet hat.

Maria Vedder wird anwesend sein. Nach der Projektion ist ein Gespräch mit der Künstlerin und die Vorstellung ihres neuen Buchs „Alle Zeit der Welt“ geplant.

Limitierte Anzahl an Sitzplätzen! Um Anmeldung via E-Mail wird gebeten: contact@attaqueerlevisible.com

attaque(e)r le visible

curated by Lawinia Rate

attaque(e)r le visible is an experimental film platform for projections, meetings, talks, book presentations and lectures. Older experimental films as well as the most recent developments of the genre find a place here. attaque(e)r le visible is dedicated to films which perturb the consistency and illusionism of the classical film by consciously referring to the technical embeddedness of the film, its incoherence and materiality. The works on display are marked by refusing stereotypical images and linear narration, their critical position towards the co-world, normative visibilities, forms and bodies. In short, it is about films which do not trust the self-evident, and for which the word ’normally‘ does not exist.

After stops in Paris, Kassel and Cologne, attaque(e)r le visible now continues in Berlin in collaboration with the Raum für drastische Maßnahmen. The series consists of two parts, Corporal Interventions and a Videofest.
The main theme of the monthly film programme Corporal Interventions is the body, which is understood here in a broader sense. It is not only about the human body, but also about the body of film, its materiality, its photochemical envelope, and the working on films in collectives. In this connection attaque(e)r le visible looks back at the experimental film history of the 60s, 70s and 80s.

Particular emphasis is placed on the Berlin experimental film scene. You can look forward to films, among others, by Helga Faderl, Dore O., Margaret Raspé, Monika Funke Stern and Ute Aurand.
The projection Videofest takes place two or three times a year. It focuses current tendencies in experimental film and video.

Program:

corporal interventions

MARIA VEDDER – Works from the 70s and 80s

4. May 2022, starts 7:30 p.m.

Due to illness, the screening on 4th May must be postponed. The new date is 2nd November 2022!

After studying photography, Maria Vedder began making Super 8 films at the end of the 1970s. At the same time, she devoted herself to video art, where she became known for her video installations or, as some would say, video sculptures. Several box monitors stacked on top of each other or placed side by side show images, which are often electronically manipulated. The interacting images seem to play with each other or react to each other. The impression of interaction is achieved through special synchronisation. Maria Vedder’s works from the 1980s reveal technological developments in the medium of video. Today, they also tell of the transience of the video technology, when some works can no longer be shown as they were originally exhibited because playback devices do not work anymore and they are no longer available. Maria Vedder’s artistic practice has been oriented towards collaboration again and again. Bettina Gruber, Uwe Wiesemann and Brian Eno are among those with whom she has worked closely together.

After the projection there will be a q&a with Maria Vedder and she will present her new book “Alle Zeit der Welt” (in German).

Limited number of seats! If you would like to attend the screening, please send an email to:
contact@attaqueerlevisible.com

Juana Anzellini „Soft Porn“

Katalogvorstellung und Filmprojektion „Körperkontkate“

7. Mai 2022 ab 18 Uhr

Der Katalog bildet den Abschluss von Juana Anzellinis Ausstellung “PSSST..!”, die vom 10. bis zum 29. Juli 2021 im Raum für drastische Maßnahmen zu sehen war. Der Katalog wurde von Sven Lindhorst – Emme gestaltet.

Im Anschluss an die Katalogvorstellung findet die, an die Themen des Katalogs anknüpfende Filmprojektion “Körperkontakte” statt. Gezeigt werden Filme, die sich der Erotik, dem was Sex und Körperkontakt sein können, aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.

Die Filme sind von Juana Anzellini und Lawinia Rate ausgewählt worden.

Andrés Felipe, OMG!!!, 2002, 1 min.

Álvaro Santisteban Diéguez, Gemini, 2021, 15 min.

Nicky Miller & Electrosexual, Lèvres roses, 2021, 4 min.

Anna Valeska Pohl, Baby Paradise TV, 2021, 12 min.

Ana María Millán, Este viento Amor, 2019, 6 min.

Juana Anzellini „Soft Porn”

publication release and film projection „Körperkontakte“

7. May 2022 starts 6 p.m.

This publication is the conclusion of Juana Anzellini’s exhibition „PSSST..!“, which was on view from July 10. to 29. 2021 at Raum für drastische Maßnahmen. The publication was designed by Studio Linhorst-Emme-Hinrichs.

The presentation of the publication will be followed by the film projection „Body Contacts“ which ties in with the themes of Anzellini´s project. The films approach eroticism from different perspectives, what sex and physical contact could be.

Film selection done by Juana Anzellini and Lawinia Rate.

Andrés Felipe, OMG!!!, 2002, 1 min.

Álvaro Santisteban Diéguez, Gemini, 2021, 15 min.

Nicky Miller & Electrosexual, Lèvres roses, 2021, 4 min.

Anna Valeska Pohl, Baby Paradise TV, 2021, 12 min.

Ana María Millán, Este viento Amor, 2019, 6 min.

Ksenia Ravvina / Mihaela Dobreva / Alexandar Hadjiev

obscure

Opening: 16. April starts 7 p.m.

Exhibition: 17. – 30. April

obscure

“obscure” is a durational installation that combines tangible objects, sound and a virtual NFT representation of the concept. It lingers between the visible and the invisible, the real and the fictional.

It is a big room with three rows of desks, a portrait of the Leader on the wall behind the teacher’s chair, a map with two hemispheres, of which only one is legal. The little boy takes his seat, opens his briefcase, puts his pen and notebook on the desk, lifts his face, and prepares himself to hear drivel.  

Joseph Brodsky, Less Than One, 1976

Om Bori

woman – water – bodies

Eröffnung, 18. März 2022 ab 19 Uhr

Ausstellung: 19. März – 9. April 2022

Finissage: 9. April 17 – 20 Uhr

Om Boris Zyklus multimedialer Arbeiten beschäftigt sich mit der Wechselbeziehung zwischen weiblichen Körpern und Körpern des Wassers. Sie erzählen von der Verbindung zwischen weiblichen Migrationswegen und den mäandernden Wasserläufen der Donau; von der Einschreibung ungesagter Geschichten von Verlust in die Küstenlandschaft der Normandie; und von der Beziehung zwischen weiblichem Lebensunterhalt und Gesang in dem Trinkwasserhandel auf den Straßen Westafrikas.

https://www.instagram.com/om.bori/?hl=de

Fotos: Sedlar & Wolff

Om Bori

woman – water – bodies

Opening, 18. March 2022, 7 p.m.

Exhibition: 19. March – 9. April 2022

Om Bori’s cycle of multimedia works engages the interrelation of female bodies and bodies of water. They relate maternal migrations to the meandering qualities of Danube’s waterflows; re-inscribe untold stories of loss into the Normandy’s coastal landscapes; and capture the relationship between female livelihood and song in urban West Africa’s pure water street economy.

https://www.instagram.com/om.bori/?hl=de

KUNSTVERMITTLUNG im Raum für drastische Maßnahmen

Der Raum für drastische Maßnahmen versteht sich als Vermittler zwischen Kunst und Gesellschaft.
Wir wollen Kunst (be-)greifbar und zugänglich machen. Das in den künstlerischen Arbeiten enthaltene Wissen entlocken wir durch praktische und theoretische Auseinandersetzung und untersuchen dieses zusammen mit den Besucherinnen und Besuchern.
Im Rahmen der laufenden Ausstellungen bieten wir deshalb themenbezogene workshops für Gruppen von bis zu 10 Personen jeden Alters an. 
Als Ausgangspunkt für unsere Workshops dienen einzelne Aspekte der gezeigten Kunst zur Inspiration, wie z.B. Material, Farbe, Techniken, Werkzeuge, Arbeitsweisen und Inhalte. In dem wir mit den Teilnehmenden diesen Zugang aufgreifen und praktisch dazu arbeiten, kommen wir in einen intensiven Austausch über Kunst und Kultur.

Anfragen unter: workshop@rpunkt.org

Lena Schramm – Richtfest

Lena Schramms Soloausstellung „Richtfest“ verhandelte Malerei und Skulpturen im Kontext des
traditionellen Häuserbaus. In ihren Arbeiten lässt sie sich von gemeinen Alltagsgegenständen
inspirieren. Speziell das Streichholz ist hier zu nennen. Ein ambivalenter Gegenstand der in seiner
entzündlichen Natur sowohl destruktive (Feuer) als auch konstruktive (Kochen, Wärme)
Möglichkeiten vereint.
Im Zuge der Ausstellung fertigte Lena Schramm mehrere Modelle von Häusern und einer Kirche
aus besagten Streichhölzern an die somit ein kleines Dorf formten, welches zum Abschluss der
Aktion eingeäschert wurde. Diese performative Verbrennung unterstrich die divergenten Attribute
des Materials und ihrer gebäudeähnlichen Form.

Die Ausstellung verweist somit auf den Zyklus der Natur und des Lebens selbst. Durch gezieltes
Anbringen von Gefahrenquellen warnte Schramm gleichsam vor den Tücken des sich sicher
Fühlens in den eigenen vier Wänden. Der Mensch wird trotz seiner Auswüchse von Nesttrieb
immer wieder auf das nackte Dasein zurückgeworfen. Schramm stellt in ihren Arbeiten Fragen nach
dem existenziell Notwendigem und scheut dabei nicht das Überflüssige. Ziel der Ausstellung war es
auch das Bewusstsein für die Dualität des Lebens zu schaffen und die scheinbaren Gegensätze von
Werden und Vergehen aufzulösen.

In 2 geplanten Workshops wurde das Publikum mit Hilfe von Streichhölzern und Heißklebepistole eingeladen selbst konstruktiv tätig zu werden. Die formenreichen Ergebnisse konnten mit nach Hause genommen oder der abschließenden Einäscherung zum Ende der Aktion überlassen werden. Somit mussten die Teilnehmenden sich
selbst entscheiden was mit ihren Streichholzhäuschen passiert; Konservieren oder Teil einer
performativen Kunstaktion werden.

Aufgrund von Corona konnte leider nur einer der geplanten workshops durchgeführt werden.

© Studio Lindhorst – Emme – Hinrichs

© Studio Lindhorst – Emme – Hinrichs