Verónica Losantos – Screen Memories

veroFotoausstellung im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2016

Vernissage 01.10.2016 – 19:00 Uhr
Drinks & Music by Cokibueni & Uri Willbury

Ausstellung: 02.10. – 16.10.2016
Finissage 16.10.2016 – 19:00 Uhr

english version below

Als „screen memories“ bezeichnet Sigmund Freud eine bestimmte Art von Kindheitserinnerung. Er unterscheidet zwischen scheinbar gleichgültigen und nebensächlichen Kindheitserinnerungen und solchen, die er als wichtig und affektreich bezeichnet. Diese letzteren, bedeutsamen Eindrücke werden jedoch durch die ersteren, weniger bedeutsamen, „gedeckt“. Dieser Vorgang ist auf einen Widerstand bei der bewussten Reproduktion von Gedächtnisinhalten zurückzuführen. Dabei kommt es meist zu Erinnerungsfehlern oder Erinnerungsverfälschungen.
In ihrer Serie Screen Memories setzt sich Verónica Losantos mit diesem Prozess auseinander und versucht herauszufinden, ob die eigenen Erinnerungen mit Hilfe der Fotografie verfälscht werden können und ob man sie selbst manipulieren kann. Aus der gemeinsamen Zeit mit ihrem Vater blieben keine Fotos. Dadurch, dass sie die Momente, die sie mit ihm geteilt hatte, nicht durch Bilder wiedererleben konnte, hat sie diese wahrscheinlich schneller vergessen. Deshalb hat sie diese Momente neu inszeniert und teilweise neu kreiert, mit dem Versuch ihre eigene Erinnerungen zu verarbeiten.

Mehr Infos: http://www.emop-berlin.eu/de/ausstellungen/ausstellung/screen-memories/

Sigmund Freud gave the name ‘screen memories’ to a particular kind of childhood memory. He distinguished between apparently indifferent and circumstantial childhood memories and those he identified as important and emotionally relevant. In this process, which is due to resistance in the conscious reproduction of memory, the latter are veiled by less significant memories, leading to mistakes and falsification.
In her series Screen Memories, Verónica Losantos addresses this idea and tries to find out to what extent photography falsifies memory, or if it can be manipulated. She narrates a personal conflict with her father’s absence, inquiring into the relationship between photography and the process of memory. What happens to the memories that were not recorded in pictures? What happens when we look at a picture depicting someone who has become almost a total stranger? Can we change our own feelings towards an absent person through photographs? To answer these questions, Losantos staged her memories of her father and created new ones, as though she were creating conscious ‘screen memories’.

More info: http://www.emop-berlin.eu/en/exhibitions/exhibition/screen-memories/

www.veronicalosantos.com

Raum für Drastische Massnahmen
Oderstr. 34
10247 Berlin
http://www.rpunkt.org/

*The official catalogue of the EMOP Berlin – European Month of Photography 2016 will be on sale here during the whole exhibition (10€). You will get a free catalogue with pictures of Verónica Losantos with it as a gift.

SEBASTIAN HÖLLDOBLER – MEINE SEELE BADET IN GOLD

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16.—25. September 2016
Vernissage: Fr. 16. September 2016 ab 19 Uhr
Öffnungszeiten: Do.–So. 16–19Uhr
Eine Schau um das Tagebuch I (2010-11) von Sebastian Hölldobler
Die Unruhe zwischen Geist, Auge und Hand hat einen Ort gefunden. Einen Ort, an dem sich mitteilen kann, was an scharfen und unscharfen Regungen von hier nach da treibt, ohne um seine rechte Bestimmung zu wissen. Viele kleine Geräusche kommen zusammen, so ein Bild von Gottfried Wilhelm Leibniz, um das Tosen einer Welle zu erschaffen. Kein Ton ist einzeln zu hören und doch hat jeder seinen Moment, seinen Einfluss. In verwandter Form bedeutet das
Unbewusste nicht nur einen Kontrollverlust, sondern auch eine Quelle. Es weiß die Lücken zu füllen, die die naturwissenschaftlichen Konzepte von Punkt, Linie, Fläche und Raum übersehen.
Es wird sein Werk noch nicht vollendet haben. Selten allerdings verlassen die Geschöpfe jenes über alle Grenzen lachenden Reiches ihre Verstecke ohne Deckung. Sie sind nicht für große Auftritte berühmt, aber kaum einmal nicht auf der Bühne. Es würde mich wundern, fände sich jemand, der dieses Bestiarium nicht in irgendeiner Form als vertraut empfände.