NON – STOP
Daniel Theiler

Eröffnung: 09. Februar 2024 ab 19 Uhr

22. Februar 18 Uhr Artist Talk

Ausstellung: 10. Februar bis 2. März 2024

Finissage: 2. März 2024 17 – 20 Uhr / 18 Uhr SAFTSCHUBSEN UNITED: Live Performance mit anschließendem DJ Set

Auf einmal räumen alle ihr Sparbuch leer, vergessen die Flugscham und fliegen durch die Welt. – Matthias Spohr, Geschäftsführer der Lufthansa Aviation Training.

Flugreisen finden immer im Spannungsfeld zwischen dem Bedürfnis nach Mobilität und Umweltschutz statt. Trotz guter Vorsätze und Flugscham nutzen viele Menschen das Flugzeug, sei es aus Bequemlichkeit, Gewohnheit oder dem Glauben, dass sie wenig an der Gesamtsituation ändern können. Andere wollen oder können nicht auf das Fliegen verzichten.

Die multimediale Ausstellung NON–STOP erforscht die Verflechtungen zwischen Flugreisen, Migration und Klima(-Aktivismus) und reflektiert auf humorvolle Weise, wie Kunst und Widerstand sich gegenseitig formen. Ikonische Momente des Klimaprotests von Menschen, die sich an Flugzeugen festkleben oder Privatjets mit Farbe besprühen, werden in Ölbildern dargestellt. Die interaktive Installation „Selbstportrait 1992-2023“ zeigt sämtliche Flugtickets des Künstlers, seit seinem ersten Familienbesuch in der Türkei 1992 bis heute, und bietet den Besucher:innen die Möglichkeit, seinen flugbedingten CO2-Fußabdruck zu kompensieren. Mit jeder Spende reduziert sich die Summe der CO2-Emissionen auf einer Anzeige, bis die Flüge „neutralisiert“ sind. Die Spendensumme wird zu 100 % in Klimaschutzprojekte investiert. Teil der Installation ist eine statistische Auswertung, welche wesentliche Kennwerte wie Distanzen, die am häufigsten genutzten Flughäfen und Fluggesellschaften, Sitzplätze usw. darstellt. Die Daten veranschaulichen die Flugbiografie des Künstlers und erzeugen gemeinsam mit Objekten, Sound- und Videoarbeiten eine humorvoll bedrohliche Szenerie: Flugzeugflossen kreisen wie Haifische um eine atmende Rettungsweste, Spucktüten geben Tipps zur Weltrettung und in einem Podcast wird erklärt was Cem Özdemir, Schnaps und eine verhinderte politische Karriere miteinander zutun haben.

Die Videoarbeit Jetbridge Jesus setzt die persönliche Migrationsgeschichte der Familie des Künstlers in einen Kontext mit internationalen Flug- und Migrationsbewegungen und thematisiert die Möglichkeit einer deterritorialisierten Welt, in der sich die Unterschiede zwischen Migrant:innen, Flüchtlingen und Tourist:innen auflösen. Am Ende stellt die Arbeit Black Cross die Frage nach dem langen Schatten des Fliegens: Ist er wirklich immer gleich groß, egal, wie hoch oder tief das Flugzeug fliegt?

www.danieltheiler.de

.

NON-STOP
Daniel Theiler

Opening: 9. February 2024 starts 7 p.m.

Exhibition: 10. Febraury – 2. March 2024

Suddenly, everyone empties their savings accounts, forgets about flight shame, and flies around the world. – Matthias Spohr, CEO of Lufthansa Aviation Training

Amid the opposing poles of a need for global mobility and the environmental protection, air traffic increases. Despite good intentions and flight shame, many people fly because of convenience, habit, or because they believe that their behavior adds little to the overall situation. Many do not want or cannot give up flying.

Daniel Theiler’s multimedia exhibition NON–STOP explores the interconnections between air travel, migration, and climate (activism). The show is also a humorous reflection on how art and resistance shape each other. Oil paintings depict iconic moments of climate protest such as activists defacing a private jet or gluing themselves to a plane.

The interactive installation „Self-portrait 1992-2023“ displays all the artist’s flight tickets, from his first family visit to Turkey in 1992 to the present day, and allows visitors to donate towards compensating his CO2 emissions, featuring a live number of the current uncompensated amount.

Associated statistical analyses (e.g., distances, airport, and airline frequencies) stand in contrast to other objects, sound, and video works, which together create a joyous yet threatening scenario. Vertical stabilizers circle a breathing life jacket like shark fins, sickness bags provide tips for saving the world, and visitors learn what Cem Özdemir, schnapps, and a thwarted political career have to do with each other.

The video work „Jetbridge Jesus“ connects the migration history of the artist’s family to international flight and migration movements, addressing the possibility of a deterritorialized world where the differences between migrants, refugees, and tourists dissolve. In the end, the work „Black Cross“ addresses the issue of the long shadow of flying: Is it really always the same size, regardless of the plane’s altitude?

Der Raum für drastische Maßnahmen wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Öffnungszeiten:

Während einer Ausstellung Donnerstag und Samstag 17 – 20 Uhr.

Opening hours:

During an exhibition Thursday and Saturday 5 – 8 p.m.


Instagram     Facebook    Soundcloud

Vimeo