TRACED PROMENADE

Antonia Nannt

Lena – Elise Aicher

Lisa Braun

Vernissage: 18.10.2019 ab 18 Uhr
Ausstellunsdauer: 19.10. – 27.10.2019
Besichtigungstermine nach Vereinbarung

Traced Promenade ist ein handgefertigter Handlauf, der horizontal den Ausstellungsraum durchschneidet. Auf der Höhe der Hand sind künstlerische Arbeiten der drei KünstlerInnen angebracht, ihnen folgend leiten sie einen durch den Raum. Den Blick nach unten gesenkt folgt man dem rund geformten Holz auf der Höhe von 105 cm, griffsicher und handwarm lädt es zur Berührung ein.

Den Raum durchlaufend werden Spuren der einzelnen künstlerischen Postionen sichtbar.

-Tabea Marschall

COLLIDING HUMANS Social Interaction on the Internet

Künstler*innen: Jonas Blume, Manja Ebert, Aron Lesnik, Lauren Moffatt

Kuratiert von Tina Sauerländer und Peggy Schoenegge (peer to space)

Organisiert vom medienkunst e.V. – Verein für zeitgenössische Kunst mit neuen Medien

Eröffnung: 27. September 2019, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum: 28. September bis 6. Oktober 2019, 15 bis 19 Uhr

Artist Talk: 2. Oktober 2019, 19 Uhr / Mit der Kuratorin Peggy Schoenegge und den Künstler*innen Jonas Blume, Manja Ebert und Aron Lesnik.


Raum für drastische Maßnahmen, Oderstraße 34, 10247 Berlin

„Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.“ Das ist das Ergebnis zweier Harvard-Studien, die 75 Jahre lang mit über 600 Probanden erforscht haben, was Menschen wirklich glücklich macht. Was passiert nun mit unseren Beziehungen, wenn wir uns größtenteils über das Internet verständigen?

Online-Kommunikation überbrückt physische Distanzen und verbindet uns miteinander. Problemlos schicken wir Nachrichten über Kontinente hinweg und erhalten sekundenschnell eine Antwort. Jedoch fehlt das physische Gegenüber. Körper, Mimik und Gestik des Anderen sind nicht mehr Teil des zwischenmenschlichen Austauschs. Wir sind mit dem Screen allein, während wir sozial interagieren. Wie ein Spiegel wirft uns der Bildschirm auf uns selbst zurück. Nur die eigene Weltsicht befindet sich mit uns im Raum, während die der anderen aus dem Blickfeld geraten. Diese einseitige Wahrnehmung kann zu Empathieverlust und schließlich zu respektlosen, hasserfüllten Kommentaren führen. Sobald wir selbst persönliche Informationen im Internet veröffentlichen, sind wir der Bewertung durch andere ausgesetzt, können aber umgekehrt auch selbst kommentieren.  

Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten beschäftigen sie mit verschiedenen Formen sozialer Interaktion im Internet. Nutzer*innen streamen sich selbst schlafend und lassen sich dabei von anderen liken. Avatare in Videospielen setzen sich der Gewalt von Mitspielern im virtuellen Raum aus. Hassredner flüchten sich in Isolation und lassen ihrem Frust online freien Lauf. Andere schaffen sich eine Welt mit eigens dafür kreierten Avataren.

In der Arbeit Rhythm Zero Los Santos legt der Künstler Jonas Blume das Schicksal seines Avatars in die Hände seiner digitalen Kontrahent*innen im Onlinespiel Grand Theft Auto. Die von realen Mitspieler*innen gesteuerten Avatare malträtieren jenen mit diversen Requisiten wie Golfschlägern, Messern, Brecheisen und Pistolen. Der virtuelle Raum wird hier zu einem gefährlichen Ort, der alle dazu verdammt, eine aktive Rolle einzunehmen um zu überleben.

Die Künstlerin Manja Ebert widmet sich in ihrer Arbeit sleepingsquad einer Sektion auf dem Onlineportal younow.com, auf dem sich die Nutzer*innen beim Schlafen live streamen. Mit dieser intimen Form der Selbstdarstellung setzen sie sich bewusst der Situation aus, im Schlaf schutzlos den Reaktionen der Anderen ausgeliefert zu sein. Die Zuschauer*innen können kommentieren, liken und Geld für die Schlafenden spenden. 

Der Künstler Aron Lesnik begibt sich in die Rolle eines misogynen Hassredners, der alleine in seiner Wohnung herum streift. Die Arbeit ISOLATION versinnbildlicht das Gefangensein in der eigenen Welt und die Unfähigkeit Beziehungen mit anderen Menschen, besonders mit Frauen, eingehen zu können. Die Distanz zu Anderen mündet in Hasskommentare, die online gepostet und in entsprechenden Communities geteilt werden.

Lauren Moffatt untersucht die Online-Community der Tulpamancer, von der sie selbst ein Teil ist. Tulpamancer kreieren Avatare, sogenannte Tulpas, und geben ihnen eine eigene, virtuelle Gestalt und Identität auf sozialen Plattformen. Ähnlich wie mit imaginären Freunden pflegen sie Beziehungen mit ihnen. Sie glauben, dass die Tulpas ein eigenes Bewusstsein haben und nicht vollständig von ihrem Host gesteuert werden können. In ihnen kommt der Wunsch der Tulpamancer nach einem emphatischen Gefährten zum Ausdruck.

Die ausgestellten Arbeiten geben Einblick in unser Verhalten im Internet. Wir scheuen uns nicht, intimste Momente zu teilen oder gewaltsam gegen Avatare der Mitspieler*innen vorzugehen. Wir isolieren uns und agieren in Online-Communities. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten verändern unser soziales, moralisches sowie ethisches Handeln und unser Miteinander. Die großangelegten Harvard-Studien sehen die Voraussetzungen für Glück und Gesundheit in guten Beziehungen. Es liegt an uns herausfinden, welche Kommunikations- und Beziehungsformen uns im digitalen Zeitalter zum Glücklichsein verhelfen. In unserem eigenen emotionalen Wohlbefinden liegt auch der Schlüssel für die Fähigkeit zu einem empathischen Miteinander.

Credits.

Jonas Blume, Rhythm Zero Los Santos, 2019, video still © the artist
Aron Lesnik, ISOLATION, 2018, screenshot of video © the artist
Manja Ebert, sleepingsquad, 2016, video sculpture © the artist
Lauren Moffatt, The Tulpamancer, 2019, immersive video installation (detail) © the artist

Andy Kania – Habe Durst wie Harald Juhnke

Vernissage: 06.09.2019 ab 19 Uhr mit HYPER HYPER DJ Set
Ausstellungsdauer: 07.09. – 15.09.2019
Öffnungszeiten: Mi – Fr 18 – 20 Uhr, Sa und So 16 – 19 Uhr

Finissage: Sa 14.09. 2019 16 – 22 Uhr der Künstler ist anwesend

Sonntag 15.09.2019 Artist Talk und Live Aufnahme des Podcast „Warum ist das Leben so lang?“ mit Florian Hesselbarth, Paule Hammer und Andy Kania

Raum für drastische Maßnahmen / Oderstr. 34 / 10247 Berlin / S&U Frankfurter Allee / Ostkreuz

Kanias Fotos erteilen Einblick in urbane, bizarre Restrealitäten.Das Medium der Fotografie als Erzeugerin von „vom Wirklichen abgeriebene Bilder“ (Barthes) spiegelt sich in der Darstellung sonderbarer Randgestalten die von der Wirklichkeit aufgerieben scheinen.Im Spannungsfeld zwischen Groteskem und Ästhetischem schafft es Kania durch Intimität den asozialen Voyeurismus zu entgrenzen und dringend benötigte gesellschaftliche Empathie zu fördern.

Opening: 06.09.2019 – 7 pm with HYPER HYPER DJ Set
Exhibition: 07.09. – 15.09.2019
Opening Hours: Wed – Fr 6 – 8 pm, Sa und So 4 – 7 pm

Andy Kania’s images offer a glimpse into a world of bizarre urban realities.
His photography deals with „from the real abraded pictures“ (Barthes) that mirror the conditions of the social outsiders he depicts. Yet, by creating a sense of intimacy in the tension between grotesqueness and beauty, Kania manages to satisfy the voyeuristic reflex and nurture an essential and urgently-needed social empathy.

http://andykania.com

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http://andykania.com

Wolf-Roberto Schimpf – Was geschah in der Nacht zum Dienstag

Vernissage: 26.07.2019

Ausstellungszeitraum: 26.07.- 04.08.

Öffnungszeiten: 15-19 Uhr (oder nach Absprache)

Nach der Europawahl vor ein paar Wochen habe ich gedacht, die nächste Ausstellung die ich mache, mache ich aus Rache. Und sie sollte nicht politisch sein. Es sollte eher um Emotionen gehen. Weil, politische Kunst, das ist zu kompliziert. Und wenn ich dann auch noch jemandem versuche zu erklären, das ich Konzeptkunst mache, dann ist es eh vorbei.
Ratlose Gesichter, „oh Gott, Konzeptkunst! Na hoffentlich versteh ich das!“ Das geht mir auch immer so. Einfache Emotionen verstehe ich dagegen viel besser. Niemand wird die Ausstellung schlauer verlassen, als er sie betreten hat.
Im Raum für drastische Maßnahmen – am Namen merkt man schon, hier wird an Utopien und Idealen gebastelt – versuche ich mich an einer Positionierung irgend wo dazwischen.
Um genau zu sein, 1990. Eine Wende-Ausstellung oder eine mit vielen Wendungen, könnte man sagen, denn auch da liegt Routine drin. Die Kinder aus den 80er und 90er Jahren verbringen viel Zeit mit Fernsehschauen. Am frühen Samstagmorgen beobachteten wir unsere Helden auf der “anderen Seite”. Nicht ohne Grund tauchen da Gesichter auf die sich so ähnlich sind (Helmut Kohl/Dumbo). Kunsthandwerk, kunstloses Zerstören, Mauern einreisen, alles findet seinen Platz. Deswegen bin ich da, im Raum, weil mir die Frage nicht aus dem Kopf geht – Was geschah in der Nacht zum Dienstag?

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Emmanuelle Wilhelm – Das Dazwischen

Vernissage: Donnerstag 11.07.2019 ab 19:00 Uhr / weitere Besichtigungstermine nach Absprache

Ausstellungsdauer: 12.07. bis 21.07.2019

Emmanuelle Wilhelm zeigt in der Ausstellung, ‚Das Dazwischen‘, Arbeiten, die sich hauptsächlich mit dem Dialog ihrer Figuren beschäftigen. Etwas Neues entsteht wenn Figuren in einer Beziehung zueinander stehen. Eben etwas Dazwischen, etwas Unsichtbares, etwas Unbenennbares. Die Figuren sind collagenhaft in eine Umgebung gesetzt, die jedoch nicht als räumliche Verortung dienen soll, sonder vielmehr dieses Dazwischen oder das Unsichtbare sichtbar werden lässt.
Die klein – bis mittelformatigen Ölgemälde zeigen ein Spannungsspiel zwischen Gegenständlichkeit & Abstraktion, zwischen detailliert ausgeführtem Handwerk und grobem, schnellem Farbauftrag, zwischen sinistren Szenen und schillernder Farbgebung.

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Dilan Capan & Tobias Kappel – ich sehe was, was du nicht liest

ich sehe was,was du nicht liest

Die Allgegenwart der Bilder, Schwinde[l]nde Wörter, Formation von Information, sehen-lesen, fühlen-lesen, Bildsprachenwahrheit — 

In ihrem Ausstellungsprojekt „ich sehe was, was du nicht liest“ visualisieren Dilan Zuhal Capan & Tobias Kappel Gedanken zu und durch ihr jeweils bevorzugtes, künstlerisches Medium (Sprache/ Bild). Ausgangssituation ist die gegenwärtige Verschiebung des Lesens sowie Erzeugens von Information bedingt durch massenhaft konsumierte Bilder, Algorithmen und dem Internet als Resonanzraum im Allgemeinen.

Im Raum für drastische Maßnahmen wollen die beiden in Berlin lebenden Künstler*innen einen Dialog zwischen Bildern und Wörtern schaffen, der einen Freiraum aus Gedanken, Situationen und Emotionen herstellt, in dem keine Absoluten Aussagen formuliert werden. Inhaltliche Grundlage für die entweder gemeinsam oder autark präsentierten Arbeiten sind gleichermaßen eigene Gefühle zu sowie Fakten der politischen und gesellschaftlichen Realität ihrer Generation.

Siehst du, während du liest?
Liest du überhaupt, oder siehst du nur?
Sehe ich das, was du siehst?
Sehen wir etwas, das du nicht liest oder liest du vielleicht etwas,
das wir gar nicht gesehen haben?

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Dilan Zuhal Capan, *1992, Lyrik/ darstellende & bildende Kunst.

Sie studierte Modedesign bei Prof. Martina Glomb, absolvierte ein postgraduales Praktikum bei Vivienne Westwood Ltd in London und war zuletzt Stipendiatin beim Theatertreffen-Blog 2019.

Tobias Kappel, *1987, beschäftigt sich vor allem mit Übersetzungsprozessen von Bildern.

Er studierte u. a. bei Jörg Sasse, war DAAD-Stipendiat (New York), wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Photographie ausgezeichnet und bei C/O Berlin gezeigt.

Vernissage am Donnerstag, den 20.06., ab 19 Uhr

Öffnungszeiten: FR 21.06. 14-19 Uhr, SA 22.06. 14-19 Uhr, MI 26.06. 14-19 Uhr, DO 27.06. 14-19 Uhr

Finissage am Freitag, den 28.06., ab 19 Uhr

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Paul Wick – Composizioni Lavandini

Ausstellungseröffnung am 1.6.2019 um 19 Uhr

Ausstellungszeitraum vom 2.6.2019 bis 4.6.2019

Öffnungszeiten: Täglich 17 bis 21 Uhr

compositions for taps and bathtubs

Ein Waschbecken funktioniert so: Der Druck kommt von oben. Das Wasser berührt kurz das Becken und dann geht’s durch einen Siphon nach unten.Der Siphon sorgt dafür dass das Abwasser nicht nach oben stinkt. 
Man wäscht sich die Hände und man macht sie wieder dreckig.Dann wäscht man sie wieder und so weiter.Und wenn man ein Mikrofon vor die Lautsprecher stellt,dann quietscht der Lautsprecher und damit das nicht nervt,muss man das Mikrofon bewegen
Gezeigt wird eine raumgreifende Komposition und kybernetische Instrumente.

Paul Wick, geb. 1995, studiert an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg als Teil der Projektklasse fürDynamische Akustische Forschung (DAF) bei Jan St. Werner und in der Klasse für Grafik Design und Visuelle Kommunikation.

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Schabernakel mit NCL


Produktion: 9.-17.Mai 2019
Show: 18.Mai 2019 – ab 18 Uhr


Angelehnt an die 1weekpaintings(2012) wird der Raum zum offenen Atelier und Experimentierfeld umgeformt. Bildfindungs- und Entstehungsprozesse werden somit wieder aktiv beeinflusst.
Für angewandte Transzendenz und aktiven Nihilismus.
Gegen Kunst als Ikonen des Neoliberalismus und gesellschaftliche Divergenz.

Alle Befunde der Aktion werden am 18.Mai gezeigt, besprochen und mit einer finalen Soundperformance von Phonoschrank zelebriert.

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Vidal & Groth: Preußisch Blau

Vernissage: Do, 25.4. ab 19 Uhr

Öffnungszeiten:
Fr, 26.4. – So, 28.4, 17 – 21 Uhr
Mi, 1.5. – Sa, 4.5. 17 – 21 Uhr

Künstlerinnengespräch: So, 5.5.,16 – 18 Uhr

Wir beschäftigen uns mit dem Konstrukt der Nation und deren Bildsprache. Im Raum für drastische Maßnahmen versammeln wir unter dem Titel “Preußisch Blau” ganz neue Arbeiten, die älteren ergänzend zur Seite gestellt werden. Sie reflektieren ästhetische Elemente staatlicher Repräsentation, wie Fahnen, Symbole und Farben. Sie behandeln Gewalt und Arbeit. Über das Frankreich der 1848er Jahre schrieb Karl Marx denkwürdig aktuell: “In keiner Periode finden wir […] ein bunteres Gemisch von überfliegenden Phrasen und tatsächlicher Unsicherheit und Unbeholfenheit, von enthusiastischeren Neuerungsstreben und von gründlicherer Herrschaft der alten Routine, von mehr scheinbarer Harmonie der ganzen Gesellschaft und von tieferer Entfremdung ihrer Elemente.” (K. Marx, Der Achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, Berlin 1972, S. 22).

Wir, liebe Freund_Innen, würden uns geehrt fühlen, euch begrüßen zu dürfen!

Vidal & Groth

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Cameron Tauschke & Marlet Heckhoff – Kaiser Wetter

Vernissage: 12.04.2019 – 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 12.04. bis 21.04.2019

Cameron Tauschke und Marlet Heckhoff trafen einander erstmals in Leipzig und stehen seither in regem künstlerischem Austausch. Formale und technische Kontraste lassen sich als wesentliche Bestandteile der Energien in den Arbeiten dieser zwei Künstler finden. Gleichgewicht und Widerspruch existieren hier nebeneinander. Das im kreativen Prozess von Heckhoff und Tauschke hauptsächlich genutzte Medium ist Malerei auf Leinwand und Papier.
Die Künstler glauben an die Macht der Farbe als Mittel um eine Stimmung in figurativen und abstrahierten Formen hervorzurufen. Die Arbeiten der Künstlerin und des Künstlers weisen eine grelle und zugleich schmutzige Pop-Palette auf. Bei Tauschke stehen Grautöne in Kontrast mit Nuancen von giftigem Grün oder intensivem Violett. Heckhoffs Palette ist gefüllt mit poppigen Farbkontrasten, die oft im harten Kontrast zu scharf abgegrenzten schwarz-weißen oder grauen Flächen stehen. Ihr gemeinsames Interesse an physikalischen und konzeptionellen Ideen von Raumstrukturen brachte sie für dieses Projekt zusammen.
Tauschke ist fasziniert von der Vernetzung der menschlichen Figur mit den Widersprüchen und Transformationen zeitgenössischer Stadtumgebungen. Ihn interessiert, wie sich unsere Psychologie auf unsere Lokalität bezieht. Durch die Verwendung verschiedener narrativer Strategien schafft Tauschke spekulative Räume als Ausdrucksmöglichkeiten für die Figuren sowie als Projektionsflächen für den Betrachter. Die Erforschung monochromatischer Farbtöne ist ein genutzter Effekt, um die Direktheit seiner Arbeiten zu stärken.
In Heckhoffs Bildern geht es um die urbanen, architektonischen Strukturen, die das Lebensumfeld der Künstlerin bestimmen. Sie dekonstruiert die Muster, Linien und Flächen, die sie in ihrer (post-)industriellen Umgebung, aber auch in Filmen und alten Computergrafiken findet und setzt sie auf der Leinwand zu neuen, abstrakten Bildwelten zusammen. Sie hat mit der Zeit ihr eigenes Formenvokabular aufgestellt, welches in unterschiedlichsten Zusammenstellungen eine eigene Sprache auf der Leinwand konstruiert.
Die Künstlerin und der Künstler werden in einer Ausstellung zusammenzuarbeiten, die ihr gemeinsames Interesse an Architektur im weitesten Sinne zum Thema macht. Im Fall Tauschke, die ständig wechselnde Architektur unseres Lebensumfeldes und die daraus resultierenden menschlichen Konsequenzen. Für Heckhoff die Strukturen der uns umgebenden realen und digitalen Räume. Gemeinsam wollen Tauschke und Heckhoff die Architektur der menschlichen Verfassung unserer Zeit beschreiben und kommentieren.

Falco Sternburg, 2018

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