KUNSTGEBUNG – Digitale Kunstauktion

12. Dezember 2020 – Ab 20.15 Uhr

Zum Abschluss dieses unvergesslichen Jahres veranstaltet der Raum für drastische Maßnahmen wieder eine Kunstversteigerung.

Aus gegebenem Anlass findet diese Auktion digital statt. Geboten werden exklusive und originale Gemälde, Fotografien, Drucke und Ähnliches von ausgewählten Kunstschaffenden.

Die Versteigerung wird über einen Zoom-Call statt finden. Zum Teilnehmen und oder Zuschauen folgt einfach dem Link auf unser Website und Socialmedia Kanälen. Die Gebote werden über den Zoom-Chat abgegeben.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Renke Brandt, Barbara Proschak, Forster Herchenbach, Pauli Beutel, Karmen Kraft, Regina Kelaita, Sven Lindhorst-Emme, Fructuoso & Wipf, Anais Edely, Wilfrid Grössel, Ivana de Vivanco, Chrisse Kunst, Nils Kasiske, Lisa Ballmann, Oscar Veyrunes, Dan P3ng, Hannes Hoelzl, Jean-Baptiste Monnin, Nora Frohmann und Nikolas Claussen

Zoom-Link

Positionsliste zum Download

Anleitung

Die Positionsliste entspricht der Reihenfolge.

KUNSTGEBUNG – Digital Art Auction

12th December 2020 – starts 8.15 pm

To end this unforgettable year, the Raum für drastische Maßnahmen will host an Art Auction once again.

Due to the current circumstances, the auction will be held online. On offer you will find exclusive and original paintings, photographs, prints and the like from selected Artists.

To join in or watch, just follow the link on our website and social media channels. You can watch the auction as a live stream and communicate by Zoom call. Bids can be placed in the Zoom chat.

The list of the positions is the sequence.

VIDEOS EX MACHINA

VIDEOS EX MACHINA
Street Video Screening 5. – 11. Dezember 2020
täglich von 18 – 22 Uhr

Vom 5. – 11. Dezember projiziert der Raum für drastische Maßnahmen ein Street Video Programm in das Fenster der Galerie. Zu sehen sind Arbeiten von 15 Videokünstlerinnen und Videokünstlern.

Renke Brandt & Christine Gensheimer – The Apocalyptic Fantasy and the Feather Duster, 2019, 4’44“
Christine Gensheimer und Renke Brandt bespielen zusammen den YouTube-Kanal „Canal Grande“. Im Raum für drastische Maßnahmen zeigen sie Animationsfilme in denen die Welt doch eher dekonstruktiv weiter gedacht wird. Der Zusammenschnitt mündet in Gensheimers mittlerweile prophetischen Kurzfilm „Chico Crew – Apocalyptic Fantasy“ (2019) in dem eine unbekannte Bedrohung in den Alltag dringt. 

Robert Brandes – Face Lick 02, 2020, 0’48’‘
Das Video besteht aus einem vor schwarzen Hintergrund freigestellten und leicht veränderten Kopf. Dieser leckt sich andauernd mit der Zunge über die Lippen bzw. macht anderweitige Zungenverenkungen,währendessen der Kopf selbst und andere Gesichtsteile starr verbleiben.

Manja Ebert – Abseits, 2010, 0’54“ Manja Eberts Arbeit versprüht eine gewisse Ironie und gleichzeitig auch Tiefgang. Uniformierte Polizisten haben ihre Autorität zu wahren und während ihres Dienstes ihren Pflichten als Gesetzeshüter nachzugehen. Diese strenge Ansicht wird in diesem Video aufgebrochen. Abseits der Frage, ob Polizisten die Erlaubnis haben während des Dienstes einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen, wird es viel wichtiger, dass “die Damen und Herren Staatsdiener aus Ihrer Rolle fallen und in der Situation mehr Mensch als respektvoller Amtsträger sind”. (Manja Ebert). Text: Julia Sterr

Anaïs Edely & Johannes Mundinger – extra Picnic Yeobaek Seowon_4, 2020, 2’06’‘; extra Picnic Yeobaek Seowon_5, 2020, 2’49’‘
The Ginseng Picnic is part of the LAB insitu carried out in South Korea; a performative research that singularly revisits the adjoining human and geographic territory and its daily lives. Oscillating between reality and fantasy, these in situ interventions engage the conversation of volumes found on site and their reinterpretation. They explore our collective mental images and our imaginations. The compositions are filmed in order to document these ephemeral experimental narratives.

Nora Heinisch – Why can’t I hold all these Projections? 2020, 4’55“ WHY CAN’T I HOLD ALL THESE PROJECTIONS? is an ongoing series of performative and visual experiences. Nora Heinisch is asking women in front of her video camera to become the pictures of other women which are literally projected on their bodies. WCIHATP? is representing metaphorically the dance with projections women are experiencing in their everyday lives – some are chosen, rhythmic and harmonic, some others more involuntary, overwhelming and paralyzing.

Regina Kelaita – repeat_one, 1’40’‘
Ein Mann sucht seinen Hund. Und ruft damit Erinnerungen an Tiefpunkte herbei. Zum Jahresende…

Mouselephant – we need enemies, 2017, 1’40’‘

Barbara Proschak – 4 Kugeln, Strom und ich, April 2020, 4’09’’
striche ziehen, einstecken, play, kontaktlos, lockern, stop,  auseinanderziehen, striche ziehen….

Vianca Reinig & Philipp Schmidt – Lewis And Harris , 4’44’‘
Die einzigartige Landschaft der Äußeren Hebriden vor Schottland, ihre zerklüftete Ursprünglichkeit und raue Farbigkeit stehen in starkem Gegensatz zur lokalen Architektur. Mit unterschiedlichsten Perspektiven, plötzlichen Schnitten zwischen Panoramaaufnahmen und kleinen Details, das Drehen der Bilder gegen den Horizont und die Anordnung der Fotos in chronologischer Reihenfolge, soll der Betrachter auf die Reise über die Inseln Lewis und Harris mitgenommen werden.Der Kurzfilm zu unserem gleichnamigen Fotobuch „Lewis and Harris“ versucht die filmische Buchgestaltung aufzugreifen. Wie auch im Buch laufen die Bilder über die Grenzen des Bildschirms hinaus und kennen keine Grenzen. Es gibt kein Anfang und kein Ende, alles befindet sich im Fluss. 

Lars Roeper – Extended Night, 2020, 3’43“ In times of climate change and heatwaves the night will become the most valuable time of the day.
See how the US extends its night.

Finja Sander – Performance 13; 2019, 2’46“
Material:  Körper, Drainagerohre ; Dauer: unbestimmt ; Ort: Calci, Toskana Italien

Adam Wakeling – für Aneta Panek, Hungry Ghost, 3’23“
Ein Kurzfilm, der das Wesen von Leben, Tod und Wiedergeburt anhand gesammelter Familienerinnerungen an das polnische Erbe des Künstlers erforscht.

Paul Wick – Nico singt Euch einen Ohrwurm rein, 2020, 2’29“
I’ll be your mirrorReflect what you are in case you don’t knowI’ll be the wind, the rain and the sunsetThe light on your door to show that you are home(The Velvet Underground, 1967)

VIDEOS EX MACHINA
Street Video Screening December 5. – 11.2020
Daily from 6 – 10 pm

Between 5. – 11. December the Raum für drastische Maßnahmen will project a programm of shortfilms by 15 videoartists into the window of the gallery.

© Nora Heinisch
Fotos: Ana Baumgart & Nora Heinisch

ANT AGR BER

AUSSTELLUNG VERSCHOBEN AUF DEN 5. bis 27. MÄRZ 2021

Stattdessen zeigt der Raum eine 2-Kanal Videoinstallation von Sophie Innmann und Nadjana Mohr, die in die Schaufenster des Raums projeziert wird.

Mohrs Arbeit wandelt sich, im geschütztem Körper auf einer kurzen Reise durch Zeit und einen Raum zum Bild. Innmanns Werk verhandelt die Möglichkeiten und Inspiration aus der Perspektive des Nichtstuns und des vermeintlichen Stillstands.
Kombiniert bieten die Videoarbeiten projezierte Lichtblicke in den lästigen Zeiten des Lockdowns und dienen als Überbrückung des Selbigen.

EXHIBITION CANCELLED & MOVED TO 5 – 27 MARCH 2021

Instead, we will show a 2-way video installation by Sophie and Nadjana, projected onto our front window.

Mohrs work wanders inside a protected body, on a short trip through time and space, becoming a moving image. The work of Innmann negotiates the possibilities and inspiration from the laid back perspective of doing nothing in a time of standstill. Combined, their works offer a gleam of hope in these pandemic times and bridge the gap created by the lockdown.


Overtrump

Bookrelease, 3. November 2020

Tobias Henke liest aus dem kürzlich erschienen Buch „Overtrump“, als Zusatzprogramm wird eine Videoarbeit von Regina Kelaita zu sehen sein.

Leider kann die Präsenzveranstaltung nicht stattfinden, dafür zeigen wir am Dienstag den 03. November ab 19 Uhr eine Videoarbeit von Regina Kelaita in Verbindung mit der Lesung von Tobias Henke als Videosstream auf unserer Website.

Der 3. November ist ein entscheidender Tag für die Amerikaner und für die ganze Welt.

Bleibt ein Mann an der Macht, der umstrittener nicht sein könnte? Trump: Ein Agitator in jeglicher Hinsicht, ein Narzisst, ein Geschäftsmann, ein Politiker, ein Präsident? Tobias Henke liest am Tag der US-Präsidentschaftswahl aus dem neu erschienenen Buch „Overtrump“ (deutsch übertrumpfen). Das von Sven Lindhorst – Emme gestaltete Buch ist eine Zitatesammlung an Gesagtem eines Mannes, der gerne noch mächtiger wäre als sein umgangssprachlicher Titel „Mächtigster Mann der Welt“ sowieso schon prognostiziert.

Am Ende des Abends gibt es entweder Grund zum Feiern, oder Material für ein kommendes Buch über eine Person, dessen gesellschaftliche Akzeptanz in seinem Handeln und Tun nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar ist

Bookrelease, 3 November 2020, livestream starts at 7 p.m.

Tobias Henke is reading from the recently published book „Overtrump“. Regina Kelaita will show a videoinstallation.

Unfortunately, the event has been cancelled. Instead we will be showing a video work by Regina Kelaita combined with a reading by Tobias Henke as a videostream on our website.

November 3rd is a decisive day for the Americans and for the whole world. Will a man remain in power who could not be more controversial? Trump: An agitator in every sense, a narcissist, a businessman, a politician, a president? On the day of the U.S. presidential election, Tobias Henke will read from Sven Lindhorst-Emmes newly published book “Overtrump”. The book he designed is a collection of quotations from a man who would like to be even more powerful than the colloquial title “Most Powerful Man in the World ” already predicts.

At the end of the evening, there will be either reason to celebrate, or material for an upcoming book about a person whose social acceptance in his actions and doings is difficult if not impossible to understand.

Ivana de Vivanco – Break a leg!

Vernissage, 02. Oktober, ab 19 Uhr

Finissage, 24. Oktober 19 –  22 Uhr

Ausstellung, 03. Oktober – 24. Oktober 2020

Die Ausstellung „Break a leg!“ verwandelt den Raum für drastische Maßnahmen in ein experimentelles Theater. Die großformatigen Bilder erheben sich vor dem Betrachter wie Bühnen, auf denen man die Künstlichkeit räumlicher Konstruktionen sowie des menschlichen Verhaltens reflektiert. Wir alle inszenieren uns heutzutage blitzschnell in unterschiedlichen Rollen und haben gewissermaßen eine Sammlung von persönlichen Masken. Die Werke von Ivana de Vivanco setzen sich zwischen Malerei und Theater mit dieser bühnenhaften Kondition unserer aktuellen Gesellschaft auseinander.

www.ivanadevivanco.com

Opening, 2 October, starts at 7 p.m.

Last Chance, 24. October 7 – 10 p.m.

Exhibition, 03 October – 24 October 2020

In the exhibition “Break a leg!” the Raum für drastische Maßnahmen will be transformed into an experimental theater. Large paintings pop up in front of the viewer like stages on which the artificiality of spacial constructions and human behaviour are deliberated. Nowadays, all of us have an assortment of personal masks with which we are quick to stage ourselves into various roles. The works of Ivana de Vivanco oscillate between theater and painting to examine this staged condition of our current society.

www.ivanadevivanco.com

Fotos: Sedlar & Wolff


Nils Kasiske – Sorry not Sorry

Vernissage, 11. September 2020, ab 19 Uhr

Ausstellung, 12. – 26. September 2020

Die Arbeiten von Nils Kasiske sind pointierte Kommentare zu Politik, Zeitgeist und Populärkultur. Als kritischen Künstler sieht er sich dennoch nicht. Kritik in der Kunst ist zu einer systemimmanenten Sinnlosigkeit verkommen, die nur noch der Selbstvergewisserung und Positionierung in der eigenen Bubble dient oder kraftlos durch socialmedia und Feuilletons wabert. In der Ausstellung „Sorry not Sorry“ konfrontiert Kasiske den Kunstmarkt mit seinen unver-meidlichen Protagonisten.

opening, 11 September 2020, starts at 7 p.m.

exhibition 12 – 26 September 2020

The works of Nils Kasiske are incisive comments on poli-tics, the zeitgeist and popular culture. Yet he does not see himself as a critical artist. Criticism in art has degenerated into a pointlessness inherent in the system, feebly drifting through social media and feature sections, serving only to affirm its position in its own bubble. In the exhibition SORRY NOT SORRY, Kasiske confronts the art market with its inevitable protagonists.

SORRY NOT SORRY 

Kritik ist der gesellschaftliche Garant für Debatten, Diskussionen, Dialoge; scharfkantig und gezielt  muss sie ihre Kraft auf stagnierte Vorstellungen und eingleisige Denkstrukturen richten, Ecken und Kanten bieten, an denen man sich unfreundlich stößt, nur mit blauen Flecken, Schrammen und Erkenntnis vorbeikommen kann. Nils Kasiskes Einzelausstellung im perfekten Rahmen des Raums für drastischen Maßnahmen zelebriert Potential und Relevanz von Kritik in Zeiten von Instagram-Weichzeichnern, aufpolierten Lebensläufen und der Sucht nach Anerkennung von Unbekannten. SORRY NOT SORRY sagt, was verschwiegen wird und doch alle wissen – Personen wie Johann König könnten etwas ändern, knicken aber vor der konturlosen Dekorationskunst eines Tim Bengels aufgrund monitärer Perspektiven ein und machen sich so zum illustrativen Archetyp für die Dynamiken des Kunstmarkt, der am Ende eine fucking Verquickung von kapitalistischen Interessen, postkolonialer Überheblichkeit und elitärem Glücksspiel ist. Aber so einfach ist es ja nicht mit der Kritik und Kasiske gibt offenherzig Einblick in seine Analysewelt, seine Interpretationen und Meinungen, begibt sich mit bedachter Gelassenheit in die direkte Schussbahn und will sie haben, ganz für sich – die Kritik, von allen und von allen Seiten, damit die KollegInnen, KollaborateurInnen, AkteurInnen mal ihre Haltung gegenüber offensichtlichen Missständen durchblicken lassen, einen Impuls spüren, um endlich eine Position einzunehmen. 

Und so hört man Johann Königs Gerede über Marketing-Strategien, Steuervorteile und andere fürchterlich weit von Kunst und ihren Inhalten entfernten Themenkomplexe aus dem Keller, gut gesichert durch eine Plexiglasplatte, die als transparentes Sinnbild für die Weltentrennung agiert. Als performative Gegenstücke dieser Installation wurden der Pastor der Berliner Kunstmarktkirche sowie sein Goldbengel zum Event eingeladen. Poster mit konkreten Fragestellungen finden ihren Platz in konfrontativer Sichtweite des sakralen Millionenbetriebs. 

Im Gangsterrap treffen sich viele relevante Stilmittel, die Kasiske für seine Auseinandersetzung benötigt: Die Kunst des Dissens ist hierbei ebenso Inspiration, wie die popkulturelle Ästhetik, um Personen und die Stereotypen, zu denen sie am Ende des Walks of Fame werden. Ikonisch und ironisch hinterfragt Kasiske politischen Mainstreamkonsens und reflektiert das Medium der Straße als Leinwand fataler Einseitigkeit; überdimensionierte Backstage-Pässe zeigen die polarisierte Aufteilung in einen beflügelnden VIP-Status und dem idealistischen Menschrecht von Gleichheit und da prangert der Selfie Bengels als schmerzhaft, beschämender Beleg für seine grenzenlose Beschränktheit als markenechter Merchartikel. 

Am Ende hängt Kasiske die eigene Kritik aus dem Hals raus, denn er betreibt kein greenwashing seiner Seele durch den ablenkenden Fingerzeig auf andere; ebenso in dilemmatischen Situationen von Existenzängsten, Geltungsbedürfnissen und dem Freiheitdrang für Kunst und Sein gefangen, weiß er um die Problematik einer schnellen Selbstvergewisserung. Und so bleibt er authentisch und betroffen, fügt der chaotischen Komplexität die Ebene des Prozesses hinzu, die man eindrücklich an der kuratorischen Konzeption ablesen kann: in sich abgeschlossene Werke sind im Gesamtgedankenwerk eingebettet, bieten dem Betrachter in der Vielschichtigkeit des Themas den nötigen Halt. 

Criticism is society’s security for debates, discussions and dialogues; being sharp and on point, this beautiful impulse challenges stagnated ideas and mental structures, offering the opportunity to collect bruises because its rough edginess doesn’t let you pass easily. The solo show by Nils Kasiske is taking place in the most perfect context of the Raum für drastische Maßnahmen (Space for drastic measures) where he celebrates the potential and relevance of criticism in times of faked insta-perfection, shiny success-CVs and the uncontrollable addiction to seek approval from people you don’t know.

SORRY NOT SORRY states that which nobody wants to see nor admit, even though all of us know – characters like Johann König could truly make a change but bend over by facing the superficial decorative money smelling art like Tim Bengel is producing. This dealer and artist illustrates the archetypes of the art market, which is a sad fucking fusion of capitalistic interests, postcolonial hybris and elite gambling activities of the privileged.

The criticism is not as easy as just presented, and Kasiske offers an open-hearted insight to his thoughts and opinions. With deliberate serenity he puts himself in the line of fire because he wants to have it all, just for himself – the criticism, from all sides, so colleagues and collaborators, protagonists of the art scene get forced to finally show their position regarding the current circumstances.

In this show you can follow the ramblings of König about marketing strategies, tax advantages and other topics horribly distant from any kind of art-related content. His voice illustrates his isolation out of a hole in the ground, like people in caves who prefer to follow shadows instead of engaging with common reality. As a performative addition to this installation, we have invited both König and Bengel to take part; by installing posters in confronting sight distance to the holy brutalist money shitting institution, Kasiske is raising obvious questions.

Gangster rap offers diverse stylistic elements which are the main inspirational source for Kasiske: the art to diss properly and the pop cultural aesthetics of people who become stereotypes of themselves by the end of their walk of fame. Kasiske questions, both iconically and ironically, the political mainstream consensus and reflects through the mediumof street dangerous one-sidedness; oversized backstage passes present the polarized separation into a VIP-status and the idealistic human right of equality. The Selfie of Bengel acts as a painful and shameful proof of his own limitless narrowness, presented on point as the merch product he is.

Kasiske is sick of his own criticism and doesn’t search for greenwashing his soul by pointing the distracting finger; likewise, he is caught in dilemmatic situations of existential fears, external acknowledgement and the desire to pursue his art freely. He knows about the problems of fast self-assurance. Kasiske stays authentic and transparent, adding a level of process to the chaotic complexity which mirrors the curatorial approach: independent works are embedded in a mental Gesamtkunstwerk, offering the viewer stability facing this multi-layered topic.

Text: Helene Bosecker

Fotos: Regina Kelaita

Der Verfall in Quarantäne

48 Stunden Performance, 28. und 29. August 2020, online

Ausstellung: 30. August – 1. September 2020, täglich 17 – 21 Uhr im Raum

Unter dem Titel „Der Verfall in Quarantäne“ werden Stephan Jäschke und Stefan Schwarzer gemeinsame Arbeiten kreieren und präsentieren. In Quarantäne werden die beiden Künstler im Raum leben und über einen Zeitraum von 48 Stunden künstlerische Interaktionen, Interventionen und Manipulationen auf Social-Media-Plattformen vornehmen.

Ausgehend von aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen durch das Coronavirus begeben sich die beiden Küntler im „Raum für drastische Maßnahmen“ auf die Suche nach dem Zustand der Gesellschaft und der Welt. Über den Performancezeitraum entwickelt sich die Ausstellung so zu einem hybriden Abbild der gesammelten Erfahrungen, Wünsche, Träume und Utopien.

Nach Beendigung der 48-Stunden Performance kann der Ausstellungsraum unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Verhaltensregeln vom Publikum besichtigt werden.

https://www.instagram.com/der.verfall.online/

Performance, 28 and 29 August 2020, 48 hours exhibition,

30 August — 1 September 2020, daily 5 — 9 p.m.

Stephan Jäschke and Stefan Schwarzer will create and present collaborative works with the theme “Der Verfall in Quarantäne” ( “The Decay in Quarantine”) During a 48 hour period they will put themselves in quarantine at Raum für drastische Maßnahmen to carry out artistic interactions, interventions and manipulations via social media.

In the light of recent changes in society facing the coronavirus, the two artists set out to search for the status of our world and our society. Throughout their performance the exhibition will transform into an hybrid image of collected memories, wishes, dreams and utopian thought.

After the performance the gallery space will be open to the public for three days following the current Corona codes of conduct

Fotos: Sedlar & Wolff

Pauli Beutel – Stille Stadt

Vernissage, 10. Juli 2020 ab 19 Uhr

Ausstellung, 11. – 31. Juli 2020

Raum für drastische Maßnahmen goes west! Lesung, 19. Juli 2020 um 15 Uhr

Die Ausstellung „Stille Stadt“ widmet sich mit dem architektonischen Erbe der Berliner Wohnbauten der 60er und 70er Jahre.

Pauli Beutels Fotografien richten ihren Blick auf einzelne Gebäude, auf die architektonische Gestaltung und damit, wenn auch nur zu erahnen, auf den Inhalt und Zweck der Gebäude, das Wohnen. Der Fokus der Arbeit liegt auf der gebauten Umwelt der Stadtbewohner, sie selbst sind nur als Schatten und Spuren in den Bildern zu erahnen. Die Lebendigkeit des Stadtraums manifestiert sich als Bewegung in den Bildern und steht im Kontrast zur stillen, statischen Architektur. Das subjektive Empfinden von Architektur als Körper und dessen künstlerischer Umgang stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Fotografie und Wahrnehmung sowie die Veränderung von Wirklichkeit stehen der realen Frage nach unserem Lebensraum gegenüber.

Die Ausstellung fordert uns auf, uns auf die abgebildeten Orte einzulassen und über Ästhetik, Dominanz und Proportion, Lebendigkeit der Stadt und Beständigkeit der Architektur zu verhandeln.

Pauli Beutel lebt und arbeitet in Berlin und Münster.



opening, 10 July 2020, starts at 7 p.m.

exhibition, 11 – 31 July 2020

The exhibition “Stille Stadt” is dedicated to the architectural legacy of Berlin’s residential buildings of the 1960s and 1970s.

Pauli Beutel’s photographs focus on individual buildings, on the architectural design and thus, if only for a glimpse, on the content and purpose of the building, on living. The focus of the work is on the built environment of the citizens, they themselves can only be imagined as shadows and traces in the pictures. The liveliness of the urban space manifests itself as movement in the images and contrasts with the quiet, static architecture. The subjective perception of architecture as a body and its artistic handling are the focus of her work. Photography and perception as well as the change of reality contrasts with the real question about our living space.

The exhibition challenges us to get involved in the depicted places and to negotiate about aesthetics, dominance and proportion, vitality of the city and resistance of the architecture.

Pauli Beutel lives and works in Berlin and Münster.


www.paulibeutel.com

Fotos: Sedlar & Wolf

Raum für drastische Maßnahmen goes west! Lesung, 19. Juli 2020 um 15 Uhr(Treffpunkt ist in Schöneberg unter der Brücke, danach gehen wir gemeinsam in das Gebäude)

Pallasstrasse 3 – 29/ Treffpunkt unter der Brücke; 10781 Berlin
Anmeldung bitte bis zum 18. Juli 2020 an veranstaltungen@rpunkt.org

Begleitend zu der Ausstellung „Stille Stadt“ der Fotografin Pauli Beutel, lädt der Raum für drastische Maßnahmen zu einem Ausflug in den Berliner Westen ein. In Zusammenarbeit mit dem Stadtforscher Sebastian Bührig findet eine Lesung in einem von Pauli Beutel fotografierten Gebäuden statt.

Sebastian Bührig staunt über Städte. Das Neben-, Über-, Unter-, Gegen-, Mit- und Durcheinander der vielen verschiedenen Menschen in den Städten ist das zentrale Motiv seiner Arbeit. Beobachtend, beschreibend und bestaunend widmet er sich in Forschung und Lehre der Frage, wie die Stadtbewohner einander in Frieden fremd sein können, ohne es aber zu müssen. Dieses Staunen zu teilen und mitzuteilen ist das Ziel seines Strebens. 

www.buehrig.info

Fotos: Wolfgang Ranft

Der Raum für drastische Maßnahmen wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Barbora Bemovičová – Home Topia Part 1

11.06.2020 – 21.06.2020

Opening Hours: Thursday 5 – 8pm, Saturday 2 – 5pm and during the exhibition through the gallery window

Home–Topia is an ongoing contemporary art research and exhibiting project, putting focus on the current forms of migration, rooting, unrooting and life in between cultures. Home–Topia is examining the notion of home, sense of belonging and its connection to the physical space.

Home–Topia is based on the assumption that various forms of mobility, migration and life on the move have become one of the basic characteristics of today’s world. Moving from place A to place B has become a regular part of our lives. Emigration, forced or chosen, across the national borders or from the countryside to the metropolis, has become an essential experience of our time. Among other things, this experience brings change in the perception of home and transformations of the own identity.

Since the realisation of the exhibition which was initially planned,
became difficult in the current situation, Barbora Demovičová invests the time at the moment to develop an online research platform.

This online platform includes the research trajectory, interviews, essays, bibliography and an archive of the project.

Part of the research and the development happens “live” in the R. – Raum für drastische Massnahmen and be acessible not only online but also in the physical space.

Der Raum für drastische Maßnahmen wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.


Hannes Hoelzl – Two rooms. A stereophony.

Live Stream: Thursday 04. June, 8pm

Two rooms. A stereophony is a solo piece by composer/performer Hannes Hoelzl, custom tailored for the R. – Raum für drastische Maßnahmen and the streaming present.

Composed of six movements that alternatingly happen in one of the two rooms of the gallery, it pays homage to Alvin Lucier and the pioneers of stereophony. With the miracles of 60s audio tech, 90s computer music and 2020’s web tech, this live streamed audiovisual happening lets you experience what it feels like being acoustically immersed in two rooms at the same time.

Make sure to wear your favorite headphones!

Der Raum für drastische Maßnahmen wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.