FENCES AND FORCE

Laura Fong Prosper

Multimediale Installation

Eröffnung: 11. September ab 19 Uhr
Ausstellung: 12. September bis 3. Oktober 2026

Ein Zaun bestimmt stets, wer passieren darf und wer aufgehalten wird – eine Grenze, die festlegt, wer dazugehört und wer zum „Anderen“ gemacht wird. Laura Fong Prosper nimmt diese Grenze wörtlich und verfolgt sie bis an jene Orte,an denen sie aufhört, sich selbst zu verkünden.

Das Video, welches der Ausstellung den Titel gibt, zeigt Aufnahmen von Demonstrationen, die derzeit in Berlin stattfinden. Über das Bildmaterial legt die Künstlerin die gewebte Geometrie eines Keffiyehs. Das Muster hat gleich zwei Bedeutungen: Es ist ein Symbol des Widerstands, und in dieser Überlagerung erinnert es an die Linien eines Zauns oder Käfigs. Die Menschen in den Aufnahmen werden bereits durch den Polizeieinsatz eingezäunt, und das Muster
macht diese Eingrenzung als etwas Strukturelles erkennbar.

Im Keller verbindet das Video „Womxn and Cops“ (Mujeres y Tongos) aktuelle Aufnahmen von Polizeigewalt gegen indigene Gemeinschaften in Bocas del Toro, Panama – die gegen Bergbau, Massentourismus und die Vertreibung lokaler Gemeinschaften protestieren – mit Fotografien der Großmutter der Künstlerin, die aus derselben Region stammt. Mithilfe von KI verschmilzt Fong Prosper beides und lässt so Familiengeschichte und politische Gegenwart in einem einzigen Bild verschmelzen. Sie werden von innen beleuchtet in Kisten gezeigt, die einst zum Transport von Chiquita-Bananen dienten, und offenbaren so die alte Infrastruktur der Rohstoffgewinnung, die nun umfunktioniert wurde, um etwas zu beherbergen, das eher einem Denkmal gleicht.

Im Obergeschoss wirken die beiden Wandteppiche von „Threads of Conflict“ zunächst wie Tarnung. Fong Prosper webt aus ausrangierten Materialien: recycelten PET-Fasern, wiederverwerteter Baumwolle, Gesammelte Metallgewebe, von denen jedes seine eigene Geschichte in das Gewebe einbringt. Bei näherer Betrachtung fallen die leuchtend roten Fäden auf, die nichts verbergen, sondern sich als Spur dessen, was durch das Verbergen aus dem Blickfeld bleibt, durch das Muster ziehen – die Linie, die das, was wir konsumieren, mit dem verbindet, was gewonnen wird, und mit den Kosten dieser Gewinnung. In allen drei Räumen taucht der Zaun immer wieder als sichtbarer Rand von Systemen auf, die sich selten zu erkennen geben.

laurafongprosper.com

FENCES AND FORCE

Laura Fong Prosper

Multimedia Installation

Opening: September 11, starting at 7 p.m.
Exhibition: September 12 until October 3, 2026

A fence always names who passes and who is stopped, a line which defines who is inside and who is made other. Laura Fong Prosper’s exhibition takes that line at its word, then tracks it into the places where it stops announcing itself.

The video that gives the show its title uses footage of demonstrations currently taking place in Berlin. Over the footage, the artist superimposes the woven geometry of a keffiyeh. The pattern carries two meanings at once, it is a symbol of resistance, and in this superimposition, it resembles the lines of a fence or cage. The people in the footage are already being contained by the police operation and the pattern makes the containment legible as something structural.

In the basement, the video Womxn and Cops (Mujeres y Tongos) pairs recent footage of police violence against Indigenous communities in Bocas del Toro, Panama – protesting mining, mass tourism, and displacement of local communities – with photographs of the artist’s grandmother who is from the same region. Using AI, Fong Prosper merges the two, letting family history and political present sit inside one image. They’re shown lit from within, in crates once used to ship Chiquita bananas, revealing the old infrastructure of extraction, repurposed tohold something closer to a memorial.

Upstairs, the two tapestries of Threads of Conflict first read as camouflage. Fong Prosperweaves from discarded material: recycled PET fibers, repurposed cotton, scavenged metallic fabric, each carrying their histories into the weave. Looking closer you notice the sharp red threads which doesn’t conceal and runs through the pattern as a trace of what concealment keeps out of view – the line connecting what we consume to what is extracted, and what that extraction costs.
Across all three rooms, the fence recurs as the visible edge of systems that rarely
announce themselves.

Text by Shohreh Shakoori




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