Archiv des Autors: saskia

attaque(e)r le visible

Körperliche Interventionen #2: Berliner
Experimentalfilme der 80er Jahre

monatlich im Raum für drastische Maßnahmen
kuratiert von Lawinia Rate


Programm November – Dezember 2021:

Experimentalfilme als auch die aktuellsten Entwicklungen des Genres finden hier einen Platz.

attaque(e)r le visible ist eine Experimentalfilmplattform für Projektionen, Treffen, Gespräche, Buchpräsentationen und Vorträge. Sowohl ältere Experimentalfilme als auch die aktuellsten Entwicklungen des Genres finden hier einen Platz. attaque(e)r le visible widmet sich Filmen, die die Konsistenz und den Illusionismus des klassischen Spielfilms durch bewusste Verweise auf seine technische Eingebundenheit, seine Inkohärenz und auf die Materialität des Films stören. Gezeigt werden Arbeiten, die sich durch die Verweigerung stereotyper Bilder und linearer Narration kritisch gegenüber ihrer Mitwelt, normativen Sichtbarkeiten, Formen und Körpern positionieren. Kurz, es geht um Filme, die Selbstverständlichkeiten nicht trauen, um Filme, für die das Wort „normalerweise“ nicht existiert.

Nach Stationen in Paris, Kassel und Köln findet attaque(e)r le visible in Kollaboration mit dem Raum für drastische Maßnahmen nun seine Fortsetzung in Berlin. Die Reihe besteht in diesem Jahr aus zwei Teilen, Körperliche
Interventionen und dem Videofest. In monatlichen Projektionen zeigt Körperliche Interventionen ab Mai Experimentalfilme aus den 60er, 70er und 80er Jahren. „Körper“ wird hier im weiteren Sinne verstanden. Es geht
nicht lediglich um den menschlichen Körper, sondern ebenfalls um den Körper des Films, seine Materialität, seine photochemikalische Hülle sowie um die Herstellung von Filmen in Kollektiven. Unter anderen könnt ihr euch auf Filme von Dore O., Margaret Raspé, Monika Funke Stern, Ute Aurand und Helga Fanderl freuen. Das an zwei Wochenenden stattfindende Videofest wendet sich neueren Tendenzen im Experiment in Film und Video zu.


2. November 2021 um 19:30 Uhr
Ute Aurand

Anziehen, 1979, 16 mm, 8 min.
Schweigend ins Gespräch vertieft, 1980, 16 mm, 8 min.
Oh! die vier Jahreszeiten, 1986–88 16 mm, 20 min. (zusammen mit Ulrike
Pfeiffer)
Maria und die Welt, 1995, 16 mm, 15 min.


Schon während ihres Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin wendet sich Ute Aurand, u.a. mit Ulrike Pfeiffer, dem experimentellen Film zu, welcher an einer Filmhochschule eher als eine Art Übung verstanden
wird. Ute Aurand lässt sich nicht von den Gepflogenheiten einer Filmschule unterkriegen und von Anfang entfalten sich ihre Filme, wie sie sagt, aus einer „inneren Notwendigkeit heraus“. Inspiriert von Margaret Tait und Jonas
Mekas und angeregt durch den Moment, eine Stimmung, ein Bild oder einen Klang, macht sie andere Filme: poetische Titel, fehlende Dialoge, eine beobachtende, sensible auf die Mitwelt reagierende, immer suchende Kamera und eine während des Filmens entstehende Montage. So kam auch ihr erster Film „Schweigend ins Gespräch vertieft“ zustande, für den sie 1981 in Oberhausen den Experimentalfilmpreis erhielt.
Ute Aurand wird anwesend sein.

Vorführung digital und in 16 mm.


7. Dezember 19:30 Uhr
Helga Fanderl

Kompilation ausgewählt durch Helga Fanderl

Der 8 mm-Projektor mitten im Publikum und sein leises Rattern sind ein Charakteristikum der Vorführungen von Fanderls Filmen. Ihre Vorführprogramme, die sie Kompositionen nennt, gestaltet sie meist selbst und
das Vorführen übernimmt sie ebenfalls. Eigentlich wollte Fanderl Dichterin werden. Der Zufall wollte es, dass sie Anfang der 80er Jahre den 8 mm-Filmkurs von Urs Breitenstein besuchte. Seitdem hat das Filmen sie nicht mehr
losgelassen. Ihre Filme sind Gedichte, statt mit einem Stift dichtet Fanderl mit der Kamera. Später studierte sie bei Peter Kubelka und Robert Breer, wo sie den Experimentalfilm kennenlernte. Fanderl „schneidet“ und „montiert“ ihre Filme in der Kamera, sie bearbeitet sie nie nach. Entweder gelingt der Film oder er wird nicht gezeigt.
Helga Fanderl wird anwesend sein.

Vorführung: Original Super 8

Achtung:
Limitierte Anzahl an Sitzplätzen! Um Anmeldung via E-Mail wird gebeten:
contact@attaqueerlevisible.com

3G Regel – Einlass mit tagesaktuellem negativen Corona-Test, vollständigem Impfnachweis oder Nachweis der Genesung. Masken sind im Innenbereich erforderlich.

attaque(e)r le visible

Corporal Interventions #2 – Berlin Experimental Films from the 80s


Monthly at Raum für drastische Maßnahmen

curated by Lawinia Rate


Programme November – Dezember 2021:

attaque(e)r le visible is an experimental film platform for projections, meetings, talks, book presentations and lectures. Older experimental films as well as the most recent developments of the genre find a place here. attaque(e)r le visible is dedicated to films which perturb the consistency and illusionism of the classical film by consciously referring to the technical embeddedness of the film, its incoherence and materiality. The works on display are marked by refusing stereotypical images and linear narration, their critical position towards the co-world, normative visibilities, forms and bodies. In short, it is about films which do not trust the self-evident, and for which the word ’normally‘ does not exist.


After stops in Paris, Kassel and Cologne, attaque(e)r le visible now continues in Berlin in collaboration with the Raum für drastische Maßnahmen. The series consists of two parts, Corporal Interventions and a Videofest. The main theme of the monthly film programme Corporal Interventions is the body, which is understood here in a broader sense. It is not only about the human body, but also about the body of film, its materiality, its photochemical envelope, and the working on films in collectives. In this connection attaque(e)rle visible looks back at the experimental film history of the 60s, 70s and 80s in Germany. You can look forward to films, among others, by Helga Faderl, Dore O., Margaret Raspé, Monika Funke Stern and Ute Aurand. The Videofest, which takes place on two weekends, focuses current tendencies in experimental film and video.

2 November, 7:30 p.m.
Ute Aurand

Anziehen, 1979, 16 mm, 8 mins
Schweigend ins Gespräch vertieft, 1980, 16 mm, 8 mins
Oh! die vier Jahreszeiten, 1986-88, 16 mm, 20 mins (co-director Ulrike Pfeiffer)
Maria und die Welt, 1995, 16 mm, 15 mins

Already during her studies at the German Film and Television Academy Berlin (DFFB), Ute Aurand, among others with Ulrike Pfeiffer, turned to experimental film. At a film school experimental film is rather understood as a kind of exercise. Ute Aurand did not submit to the conventions of a film school, and from the beginning she made her films, as she says, “out of an inner necessity”. Inspired by films of Margaret Tait and Jonas Mekas, and stimulated by a moment, a mood, an image or a sound, she makes different films: poetic titles, a lack of dialogues, an observing, always searching camera, which reacts sensitively to the surroundings, and a montage that is created while filming.
This is also how her first film “Schweigend ins Gespräch vertieft” came about, for which she received the Experimental Film Award in Oberhausen in 1981.


Guest: Ute Aurand
Digital and 16 mm

7 December, 7:30 p.m.
Helga Fanderl

An 8 mm projector in the middle of the audience and its quiet rattle are a characteristic of the screenings of Fanderl’s films. She usually compiles her screening programmes, which she calls “compositions”, herself, and she also operates the projector. Fanderl actually wanted to become a poet. By chance, she attended Urs Breitenstein’s 8 mm film course in the early 1980s. Filming has remained with her ever since. Later she studied with Peter Kubelka and Robert Breer, where she became acquainted with experimental film. Fanderl’s films are poems. Instead of using a pen, Fanderl writes poetry with her camera.
She “cuts” her films within the camera, and never reworks them. Either the film succeeds or it will not be shown.


Guest: Helga Fanderl
Special screening in the original Super 8 version

Limited number of seats! If you would like to attend the screening, please send an email to: contact@attaqueerlevisible.com.

Admission with 3G: daily negative corona test, full proof of vaccination or proof of recovery. Masks are required inside.

© Studio Lindhorst – Emme

© Studio Lindhorst – Emme

Alsino Skowronnek
The Dirty Hands of the Machine

KI / Malerei

Eröffnung, 10. September 2021 ab 19 Uhr mit Dj Clemes Behr und DJ Trompete

Ausstellung, 11. September – 2. Oktober 2021

Finissage, 2. Oktober ab 18 Uhr


Die Arbeiten von Alsino Skowronnek sind inspiriert von Graffiti und Maschinenlern-Algorithmen.
Das Spektrum der Werke geht von neuartigen, Maschinen-generierten Zeichen oder Schriften, bis
hin zu abstrakten Gemälden und Kollagen, die traditionelle Maltechniken mit visuellen Artefakten
mischen, welche aus neuralen Netzwerken entstanden sind.
Viele Werke sind Ergebnis des stetigen Dialogs zwischen Künstler und Computer und werden in
serieller Wiederholung immer neu (re-)kreiert. Eine Kernfrage ist die der gegenseitigen
Interpretierbarkeit von menschlichem und maschinellem Input und der dadurch folgend
ausgelösten Aktionen.

„Die göttliche Muße, mit der in vorherigen Jahrhunderten Künstler ihre Inspirationen erklärten, hat Alsino Skowronnek durch ein Computerprogramm ersetzt. Alsino ist Künstler, Sprüher und Programmierer, als letzterer entwickelte er verschiedene Machine-Learning-Ansätze, die ihm Vorlagen für seine visuellen Arbeit lieferten. Anstelle der Muße könnte man auch von Träumen sprechen. Die surrealen, unterbewussten Traumbilder erscheinen nicht mehr im Schlaf, sondern durch eine künstliche Intelligenz, die ein besonderes Faible für Graffiti aufweist und sich überraschend gut mit der New Yorker Szene der späten 1970er und frühen 1980er Jahre auskennt (…).“
Auszug aus dem Ausstellungstext von Larissa Kikol

https://alsino.io/

Alsino Skowronnek
The Dirty Hands of the Machine

Opening, 10 September 2021 starts at 7 p.m. / Exhibition, 11 September – 2 October 2021


The works of Alsino Skowronnek are inspired by graffiti and machine learning algorithms. They
range from novel machine-generated signs and signatures to abstract paintings and collages that
mix traditional painting techniques with visual artefacts generated by neural networks. Many
pieces are re-created multiple times out of a series of iterations of back-and-forth conversations
between the artist and the computer. One of the core questions is the mutual interpretability of
human and machine input and the subsequent action it triggers.

„In previous centuries, artists would trace their inspiration to the time they spent in leisurely contemplation as they followed their own interests. For artist, graffiti writer and programmer Alsino Skowronnek, his artistic source is a computer program. Through his programming work, Alsino has developed various machine learning approaches that produce templates which he uses for his visual art. Contemplation gives way to a kind of dreaming, but instead of appearing during sleep, the artist’s surreal, subconscious images are produced by a form of artificial intelligence – one whose subject is the New York graffiti scene of the late 1970s and early 1980s (…).“
Excerpt of exhibition notes by Larissa Kikol

https://alsino.io/

Alsino Skowronnek & Hannes Hoelzl

Watching the Lark

Interaktive Bild-zu-Ton Mikroskopie

22. September 2021 ab 18 Uhr

„Watching The Lark“ ist der neueste Sprössling aus dem Algorithmen-Lab des Klangkünstlers Hannes Hoelzl. Er mutierte aus dem 11-dimensionalen Möglichkeitsraum einer virtuellen Groove-Box, nachdem er eine Nacht lang den KI-Graffiti Tags des Code-Künslters Alsino Skowronnek ausgesetzt war. Dabei eignete er sich Gesichtssinn mit einem rudimentären Insektenauge an, betrachtet seither seine Umwelt – am liebsten Graffitis – und kommentiert sie musikalisch – ähnlich stilecht – mit einer unerschöpflichen Vielfalt von HipHop-Grooves und -Lines. Die Besucher:Innen sind eingeladen, mit dem künstlichen Auge die Bilder abzuscannen und damit mit dem künstlichen Agenten in Dialog zu treten.

www.airborneinstruments.eu

Alsino Skowronnek & Hannes Hoelzl

Watching the Lark

Interactive image-to-sound microscopy

22. September 2021, 6 pm

„Watching The Lark“ is the newest offspring from Hannes Hoelzl’s algorithm kitchen lab. It recently mutated from the 11-dimensional possibility space of a virtual Hip Hop groovebox after being exposed to the AI graffiti tags by Alsino Skowronnek at Gallery R.. After having developed a rudimentary visual perception, the algorithmic creature lets its behaviour be guided by the images it sees in its environment, musically reacting to them in deterministic, yet unpredictible ways.The gallery visitors are invited to interact with the artificial eye, scanning the pictures and thus engaging in sound microscopy:style wars on code!

© Studio Lindhorst – Emme

Franca Franz
Soft Crash

Malerei / Zeichnung / Objekte

Eröffnung 8. Oktober 2021 ab 19 Uhr, Eröffnungsrede von Katrin Sperry

Ausstellung 9. – 30. Oktober 2021

Gespräch/Moderation mit Anna Schade 23. Oktober 2021, 19 Uhr

Die Ausstellung Soft Crash spielt mit der Wechselwirkung von Anspannung und Entspannung,
die als Alb- und Eindrücke Spuren in uns hinterlässt.
Durch das (re-) konstruieren von (Traum-) Erinnerungen begibt sich Franca Franz mit ihren
Malereien, Zeichnungen und Objekten auf die Suche nach Momenten, in denen sich die
Innenwelt in der Außenwelt spiegelt und vice versa.

Workshop für Kinder, „Traummalerei“, 24. Oktober 2021, 13 – 14:30 Uhr / „Traumgeschichten dichten“, 15:30 – 17 Uhr im Rahmen des Kinder Kultur Monat www.kinderkulturmonat.de

Fotos: Sedlar & Wolff

Franca Franz
Soft Crash

Paintings / Drawings / Objects

Opening, 8. October 2021 starts 7 p.m., Opening speech by Katrin Sperry

Exhibition 9. – 30. October 2021

talk/moderation with Anna Schade 23. October 2021, 7 p.m.

The exhibition Soft Crash plays with the interaction between tension and easing, which both
leave traces in us in the form of impressions or nightmares.
By (re-)constructing (dream-)memories, Franca Franz uses her paintings, drawings and objects
to search for moments in which our inner world finds its reflection in the outer world and vice
versa.

workshop for children, „Traummalerei“, 24 October 2021, 1 – 2:30 p.m. / „Traumgeschichten dichten“, 3:30 – 5 p.m. as part as the Children’s Culture Month www.kinderkulturmonat.de

Regina Kelaita
Fugue State

Fotografie / Video

Eröffnung. 12. November 2021, Ausstellung 13. November – 4. Dezember 2021

Auf langen, unbestimmten Wanderungen durch die Stadt fotografiert Regina Kelaita Banalitäten
unserer alltäglichen Umgebung.
Während ihre Fotografien visuelle Wiedersprüche, die Ausnahme oder den Zufall sehen lassen,
sammelt sie für ihre Animationen Wiederholungen, die Muster und Rhythmen der Stadt.
Mit ihren Arbeiten rüttelt sie spielerisch an unserer Wahrnehmung des Gewohnten, legt eine
Absurdität, Poesie und Komik offen und deckt dabei versteckte Beziehungen auf. So ist sie, in
den vom Menschen hinterlassenen Spuren, auf der Suche nach unserer kollektiven Identität.

Regina Kelaita
Fugue State

Photography / Video

Opening, 12. November 2021 starts at 7 p.m., Exhibition, 12. November – 4. December 2021

On long, aimless walks through the urban landscape, Regina Kelaita takes pictures of banalities
found in our everyday surroundings.
While her photography concentrates on visual contradictions, oddities and coincidences, her
animations are collections of repetitions, the patterns and rhythms of the city.
Her work playfully pokes at our perception of the ordinary, humorously revealing the absurd and
the poetic while uncovering unseen connections. Surveying the traces of the human experience,
in search of our collective identity.