Die aktuellen Kürzungen bei kulturellen Förderungen und die sich immer weiter zuspitzende Krise auf dem Wohnungsmarkt machen den Diskurs über den Mangel an erschwinglichem Wohn- und Arbeitsraum in Großstädten unausweichlich. Viele Künstler:innen sehen sich gezwungen, in der eigenen Wohnung oder in überteuerten Gewerberäumen zu arbeiten, da geförderte Ateliers knapp bemessen sind. Gleichzeitig scheint die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum für viele Menschen, die nicht im Kultursektor tätig sind, dringlicher als Neubauprojekte von Ateliers und Ausstellungsräumen.
Diese Problematik greift der Berliner Künstler Dennis Fuchs mit seinen Aktionen im Stil von Wohnungsbesichtigungen auf. Durch Outfit und Auftritt übernimmt er die Rolle eines Immobilienmaklers, der die Frage nach Nutzung und Wert der gegebenen Raumsituation aufwirft. In Interaktion mit den Besucher:innen verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, Grundbedürfnissen und Privilegien. Am Ende bleiben ausgefüllte Interessent:innenbögen zurück, die mehr über das Verhältnis der Bewerber:innen zu den oben angerissenen Grenzziehungen offenbaren als über deren Eignung für eine Anmietung der Räumlichkeiten
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. The current cuts in cultural funding and the worsening crisis on the housing market make the debate about the lack of affordable living and working space in large cities unavoidable. Many artists are forced to work in their own apartments or in overpriced commercial spaces, as subsidized studios are in short supply. At the same time, the demand for affordable housing for many people not working in the cultural sector seems more urgent than new studio and exhibition space construction projects.
The Berlin artist Dennis Fuchs addresses this problem with his actions in the style of apartment viewings. Through his outfit and appearance, he takes on the role of a real estate agent who raises the question of the use and value of the given space. In interaction with the visitors, the boundaries between work and leisure, basic needs and privileges become blurred. At the end, the completed questionnaires of interested parties reveal more about the applicants‘ relationship to the boundaries outlined above than about their suitability for renting the space.
Fehler zu machen ist uns allen bekannt. Fehler gehören zum Alltag. Was passiert aber, wenn Fehler besonders hervorgehoben oder sogar ins Rampenlicht gerückt werden? Was passiert, wenn der Makel nicht mehr als etwas unnützes interpretiert wird?
Mit:
Paule Hammer
Arina Heinze
Ricarda Hoop
Christoph Kukla
Lucas Kaiser
Sarah Deibele
Luke Carter
Christoph Ruckhaeberle
Sebastian Speckmann
Franzi Dahte
Gemma Wilson
Ivana de Vivanco
Juliana Toro
Yehudi Villa E.
Jean Baptiste Monnin
Inga Israel
Pauline Stopp
Andrea Barzaghi
Max Hechinger
Kai Wildemann
Myriam Mayer
Juan Blanco
Jose Sarmiento
Julia Brodauf
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Rahmenprogramm:
30. April 2025 Druckgrafik Workshop “DRUCK MACHEN ZUM 1.MAI” mit Juana Anzellini & Juan Blanco
1. Mai 2025 Druckgrafik Workshop „DRUCK MACHEN ZUM 1.MAI” mit Juana Anzellini & Juan Blanco
Anmeldung unter: info@rpunkt.org
1. Mai 2025 MC Müllsaft – Music Performance von Matti Schulz
Finissage with art auction May 16, 2025 from 7 p.m.
We are all familiar with making mistakes. Mistakes are part of everyday life. But what happens when mistakes are highlighted or even put in the spotlight? What happens when the flaw is no longer interpreted as something useless?
April 30, 2025 Printmaking workshop “PRINT MAKING FOR MAY 1” with Juana Anzellini & Juan Blanco
May 1, 2025 Printmaking workshop “DRUCK MACHEN ZUM 1.MAI” with Juana Anzellini & Juan Blanco
registration on: info@rpunkt.org
May 1, 2025 MC Müllsaft – Music Performance by Matti Schulz
BIG EMPTY Can I tell you a story? One without a beginning. You are 16, you are 40 you are nobody. Cigarette smoke, flashing light. I turn around – nothing. You are a ghost. Then I am – do you see me?
Stefan Wiens arbeitet an den Rändern des Figürlichen, wo Erinnerungen brüchig werden und Popkultur mit archaischen Schatten verschmilzt. Seine Skulpturen, roh und monumental, erinnern an ausgegrabene Idole aus einer verlorenen Epoche – verformt, übertrieben, gezeichnet von Zeit und Verwesung. Aufgewachsen in der Provinz, beeinflusst von Skate-Punk und der unaufhörlichen Bilderflut der 90er Jahre, führt sein Weg vom Tischlerhandwerk zur Kunst, vom Material zur Metapher.
Mit der Kettensäge als verlängerter Hand entblößt Wiens seine Figuren: cartoonhafte Gesichter mit hysterischer Mimik, geplatztes Styropor, giftige Farben, Oberflächen, die sich irgendwo zwischen Zersetzung und Erstarrung befinden. Das Groteske ist hier kein Stilmittel, sondern ein Zustand – ein Oszillieren zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen Kindlichkeit und Horror. Die Spannungen zwischen süß und verstörend, zwischen Trash und archaischer Wucht verbinden Wiens mit Künstlern wie Joyce Pensato oder den verzerrten Körpern von Francis Bacon. Aber auch die Tradition des deutschen Expressionismus von Barlach bis Kirchner schwingt als Echo einer langen Suche nach innerem Ausdruck mit. Seine Arbeiten werden in Berlin, Europa und den USA gezeigt und befinden sich in Privatsammlungen – als Scherben eines kollektiven Unterbewusstseins, in dem sich alte Mythen und zeitgenössischer Medienmüll zu neuen Chiffren verdichten. Wiens stellt Fragen nach der Substanz, nach der Form, nach dem Bild, das wir von uns selbst haben. Was bleibt, wenn das Glatte aufreißt, wenn das Vertraute verschwindet? Seine Skulpturen geben keine Antwort. Sie starren zurück.
BIG EMPTY Can I tell you a story? One without a beginning. You are 16, you are 40, you are nobody. Cigarette smoke, flashing light. I turn around – nothing. You are a ghost. Then I am – do you see me?
Stefan Wiens works at the edges of the figurative, where memories become fragile and pop culture merges with archaic shadows. His sculptures, raw and monumental, are reminiscent of excavated idols from a lost era – deformed, exaggerated, marked by time and decomposition. Growing up in the provinces, influenced by skate punk and the incessant flood of images of the 90s, his path leads from carpentry to art, from material to metaphor.
Using the chainsaw as an extension of his hand, Wiens exposes his figures: cartoon-like faces with hysterical expressions, burst polystyrene, toxic colors, surfaces that are somewhere between decomposition and solidification. The grotesque is not a stylistic device here, but a state – an oscillation between attraction and repulsion, between childishness and horror. The tensions between sweet and disturbing, between trash and archaic force connect Wiens with artists such as Joyce Pensato or the distorted bodies of Francis Bacon. But the German Expressionist tradition from Barlach to Kirchner also resonates as an echo of a long search for inner expression.
His works are shown in Berlin, Europe and the USA and are gathered in private collections – as shards of a collective subconscious in which ancient myths and contemporary media waste are condensed into new ciphers. Wiens poses questions about substance, about form, about the image we have of ourselves. What remains when the smooth rips open, when the familiar disappears? His sculptures do not answer. They stare back.
In der Ausstellung Zwischen Wetter Wesen begegnen uns Luftdrucksysteme als wechselhafte, mystische und wissenschaftliche Figuren. Wetter wird beobachtet, berichtet und erzählt – aber auch beeinflusst. Welche Rolle spielen drastische Maßnahmen wie Aerosolinjektion oder Climate Engineering in unserer Vorstellung von Wetter, Klima und dem Gleichgewicht der Erde?
Im Gespräch zwischen der Künstlerin Mirja Busch und dem Kulturwissenschaftler Martin Müller geht es um unser Verhältnis zum Wetter, seine Veränderbarkeit und die großen Versprechen der Klima-Technologien.
An der Bar gibt es Wettercocktails – von heiter bis wolkig.
Wetter beschreibt den spürbaren Zustand der Atmosphäre – ein Zusammenspiel aus Temperatur, Luftdruck, Wind, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit, das uns prägt, beschäftigt und unterhält. Doch was geschieht, wenn Wetter extremer und unberechenbarer wird und unser Vertrauen in dessen Deutbarkeit schwindet? Wie wird Wetter erzählt und warum ist es so schwer zu fassen?
Die Ausstellung Zwischen Wetter Wesen von Mirja Busch im Raum für drastische Maßnahmen erzählt von Luftdrucksystemen als wechselhaften, mystischen und wissenschaftlichen Figuren mit eigenen Charakteren und Symbolen. „Wetterwesen“ wie LAMBERT, XUNAV oder BERND, skulpturale Wetterobjekte und Kurzgeschichten verweben meteorologische, mythologische und novellenhafte Elemente und erzählen aus der Perspektive realen Luftdruckgebiete.
Mirja Busch erweitert ihre Forschung zur Ontologie der Pfütze auf das Wetter und hebt dabei die poetische Sprache und Bilder der Meteorologie hervor. Die Ausstellung lädt ein, Empathie für das Wetter zu entwickeln und Grenzen zwischen Wissenschaft, Kunst und persönlicher Erfahrung zu verwirbeln.
Finissage: 1. März 2025, Einlass 18 Uhr, Talk mitKulturwissenschaftler Martin Müllerab 18:30 Uhr
Zum Abschluss der Ausstellung reden wir über das Wetter.
In der Ausstellung Zwischen Wetter Wesen begegnen uns Luftdrucksysteme als wechselhafte, mystische und wissenschaftliche Figuren. Wetter wird beobachtet, berichtet und erzählt – aber auch beeinflusst. Welche Rolle spielen drastische Maßnahmen wie Aerosolinjektion oder Climate Engineering in unserer Vorstellung von Wetter, Klima und dem Gleichgewicht der Erde?
Im Gespräch zwischen der Künstlerin Mirja Busch und dem Kulturwissenschaftler Martin Müller geht es um unser Verhältnis zum Wetter, seine Veränderbarkeit und die großen Versprechen der Klima-Technologien.
An der Bar gibt es Wettercocktails – von heiter bis wolkig.
Weather describes the tangible state of the atmosphere – a dynamic interplay of temperature, air pressure, wind, precipitation, and humidity that shapes, concerns, and entertains us. But what happens when weather becomes extreme and unpredictable, and our trust in its interpretation begins to waver? How is weather narrated, and why is it so elusive?
The exhibition „Zwischen Wetter Wesen“ („Among Weather Beings“) by Mirja Busch at the Raum für drastische Maßnahmen explores air pressure systems as changeable, mystical, and scientific figures with unique characters and symbols. “Weather Beings” such as LAMBERT, XUNAV, or BERND, sculptural weather objects, and short stories weave together meteorological, mythological, and novella-like elements, narrating from the perspective of real atmospheric pressure systems.
Mirja Busch extends her research from the ontology of puddles to the realm of weather, emphasizing the poetic and visual language of meteorology. The exhibition invites visitors to develop empathy for the weather and to blur the boundaries between science, art, and personal experience.
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Finissage: 1. March 2025, starts 6 pm, talk with cultural scientist Martin Müller6.30 p.m.
At the end of the exhibition, we talk about the weather.
In the exhibition „Zwischen Wetter Wesen“ (Among Weather Beings), we encounter air pressure systems as changeable, mystical and scientific figures. Weather is observed, reported and narrated – but also influenced. What role do drastic measures such as aerosol injection or climate engineering play in our idea of weather, climate and the balance of the earth?
The discussion between artist Mirja Busch and cultural scientist Martin Müller will focus on our relationship to the weather, its changeability and the great promises of climate technologies.
There will be weather cocktails at the bar – from cheerful to cloudy.
7. Dezember 2024, Einlass ab 18 Uhr. Start der Auktion 20 Uhr.
Eine Kunstversteigerung zum Jahresabschluss mit Werken ausgewählter KünstlerInnen. Die Auktion findet digital und analog statt.Die online Auktion findet per Google Meet statt.
Alle Werke können vorab online oder vor Ort am 5. und 6. Dezember 2024 von 18 – 20 Uhr besichtigt werden.
Mit:
Juana Anzellini, Lisa Ballmann, Renke Brandt, Stefan Brucherseifer, Andrés F. Uribe Cárdenas, Nikolas Claussen, Marie David, Forster Herchenbach, Fons Hickmann & Uma Grotrian, Tobi Keck, Regina Kelaita, KFZ, Kyrill Kovalenko, Chrisse Kunst, Sven Lindhorst – Emme & Lea Hinrichs, Mouselephant, Julia Peters, Matti Schulz, Josefine Schulz, Daniel Theiler, Julius Voigt, Jonas Zink
December 7th, 2024. Doors open 6 p.m., start auction 8 p.m.
A year-end art auction with works by selected artists.The auction will take place digitally and analog.You can join the online auction via Google Meet. Start 8 p.m.
22. November 2024 ab 19 Uhr, Performance 20 bis 21 Uhr
Mascha Naumann und xan egger Mit Ego|n Auflösung
Eine Performance von Mascha Naumann und xan egger basierend auf dem queeren Dancefloor als Raum für dissoziale Erfahrung, dissoziierte Lebenszeit und dissidente Vergnügungen, die sich der Repräsentation und Dokumentation verweigern.
Mit Musik von Ego|n Auflösung.
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CLOSING. THE ARCHIVE
22. November 2024 doors open 7 p.m., performance 8 – 9 p.m.
Mascha Naumann und xan egger with Ego|n Auflösung
A performance by Mascha Naumann and xan egger based on the queer dancefloor as space for dissocial experience, dissociated lifetime and dissident pleasures which are refusing representation and documentation. With music by Ego|n Auflösung.
Wir müssen reden. Die Zeichen deuten. Lippen lesen. Aufhorchen und abhören. Nicht alles missverstehen. Und uns Fragen stellen die nicht zu beantworten sind;
Wann werden Worte Kunst? Wie wird die Schrift zum Bild? Was hat die Kunst uns zu sagen? Wer kann uns verstehen?
Eine Gruppenausstellung über Schrift und Sprache in der Kunst, deren zeitgenössischen Darstellungsformen und unserer Wahrnehmung.
Mit Arbeiten von Juana Anzellini, Renke Brandt, Stefan Brucherseifer, Nikolas Claussen, Boris Dewjatkin, Anaïs Edely, Sebastian Haslauer, Lara Jordan, Tobi Keck, Regina Kelaita, Ida Lawrence, Clemens Schittko, Alsino Skowronnek, Matti Schulz, Mathias Pelda und Julius Voigt.
Von der Keil- zur Brailleschrift. Von der Rune bis zum Kreuz. Von Rongorongo bis Graffiti. Von der Lyrik bis zum Untertitel.
Worte sind (nicht) nur Hülsen für Bedeutungen. Verständigung ist der Schlüssel zur Zivilisation. Nur die Sprache beendet Krieg. Die Schrift besiegt den Tod.
Programm:
22. Oktober 2024 13 Uhr Seminar der KH Weissensee Über das Wort in der Kunst – Julius Voigt
09. November 2024 ab 19 Uhr – Finissage mit Lesungen und Performance
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WÖRT, WÖRT!
About the writ among the arts.
Groupshow, curated by Nikolas Claussen.
Opening: October 18 from 7 p.m.
October 19 until November 9, 2024
We must communicate. Interpret those signs. Read lips. Listen and intercept. Not misunderstand everything. Ask ourselves questions that can not be answered:
When do words become art? When does writing become an image? What does art need to tell us? Who is supposed to get this?
A groupshow about linguistic and written expressions in the arts, based on its contemporary forms of representation and perception.
With works by Juana Anzellini, Renke Brandt, Stefan Brucherseifer, Nikolas Claussen, Boris Dewjatkin, Anaïs Edely, Sebastian Haslauer, Lara Jordan, Tobi Keck, Regina Kelaita, Ida Lawrence, Clemens Schittko, Alsino Skowronnek, Matti Schulz, Mathias Pelda and Julius Voigt.
From cuneiform to Braille. From the rune to the cross. From rongorongo to graffiti. From poetry to subtitles.
Words are (not) only shells for meanings. Language is key to civilizations. Only words can stop our wars. As some writing conquers death.
October 22nd, 2024 1 p.m. Seminar of the KH Weissensee About words in arts – Julius Voigt
November 09th, 2024 7 p.m. – Finissage with lectures and performances – tba
Kurz gesagt geht es darum, in die Bank zu scheißen. Genauer gesagt in die Toiletten von Banken, die oft nicht für die Öffentlichkeit zugänglich oder nur den Angestellten vorbehalten sind. Während des Ausstellungszeitraums werde ich eine öffentliche Stadttour zu verschiedenen Banken mit genau diesem Ziel anleiten. Die Mission gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn zumindest eine Person die Toilette in einer Bank benutzen darf und dort erfolgreich ihr Geschäft erledigt. Zusätzlich wird in der Ausstellung weiteres Material zum Thema Koprologie und Ökonomie gezeigt.
Der Umgang mit Scheiße ist heutzutage zu einer der letzten großen Miseren des Menschseins geworden. Wir verwandeln einst köstliche Lebensmittel in scheinbar tote Materie, der wir die Nährstoffe entzogen haben und die wir dann ausscheiden und herunterspülen. Da Banken Geld aus dem Nichts erschaffen und „aus Scheiße Gold machen“ sind sie die idealen öffentlichen Toiletten. Schließlich haben wir genügend Banken mit unserem Blut, Schweiß und Steuern gerettet, so dass sie uns diesen kleinen Gefallen nicht verwehren können. Unsere Banken sind hochspekulative und ausbeuterische Institutionen, die sich ironischerweise auf „Zahlungsversprechen“ berufen. Es ist noch nicht zu spät, vor den nächsten Finanzkrisen zurückzurudern und den Kreislauf aus Gier und Angst zu durchbrechen. Und eine Lösung könnte sein, in eine Bank zu scheißen, und zwar so oft und so effektiv wie möglich. Damit lösen wir nicht nur den Mangel an öffentlichen Toiletten, sondern liefern den Banken auch wieder echtes Material, aus dem sie Wert schöpfen können.
Verschenken wir also alle unsere Scheiße an die Banken. Ich bin schon sehr gespannt, wie wir verhandeln werden: „Wenn ich Ihre Toilette nicht benutzen darf, scheiße ich in den Geldautomaten.” oder „Nach einem Schiss eröffne ich vielleicht ein Bankkonto.”
Theo Dietz ist ein Bildhauer und Performer, der sein Studium zunächst an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart abgeschlossen hat und anschließend in der Recyclingindustrie arbeitete. Darüber hinaus absolvierte er zuletzt einen Master-Abschluss am Dirty Art Department am Sandberg Institute in Amsterdam. In seiner konzeptionellen Kunstpraxis werden Themen wie Verschwendung und Überfluss zum Mittel, um die neokapitalistische Gesellschaft zu entlarven. Dietz führt in diesem Sinne stetig Interventionen durch, in denen Abfall, Humor und Kritik miteinander verwoben sind und öffentliche Räume als utopische Spielplätze zurückerobert werden. Er war mit seinen Performances und Projekten an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt, unter anderem bei der 15. Istanbul Biennale (TUR), der Manifesta 11 (CHE), dem Bad Video Art Festival (GEO) und dem World Congress for Climate Justice (IT).
. In a nutshell, it is about shitting in the toilets of banks – often not open to the public or reserved for employees only. Almost all big cities have not enough public toilets and too many banks. During the project period, a public city tour to different banks will be guided by me with exactly this goal in mind. The mission is considered successfully accomplished when a person is granted to use the toilet in a bank. In addition to this rather simple concept, I would like to exhibit further information material on the topic of coprology, scatology and economy.
In my eyes, dealing with shit has become one of the last great miseries of being human nowadays. We transform once delicious food into seemingly dead matter from which we have extracted its nutrients and then emit or simply dump it. It’s a dualism of creation and wastage, and reminds us ultimately of our own mortality.
However, the concept of shitting in a bank goes much further. Today it seems normal to us that banks create money out of nothing (in German “aus Scheiße Gold machen”). Indeed, the banking system increasingly loses touch with its real counterparts and has long since lost touch with the gold standard. Our banks are highly speculative and exploitative institutions that ironically refer to „payment promises“. It is not too late before the next financial crises to row back and to break the cycle from greed and fear. And one solution could be to shit in a bank, and this as often and effectively as possible. Besides solving the shortage of public toilets, we provide genuine material for banks to extract value from.
So let’s all gift our shit to the banks. I am already very curious how we will negotiate: „If I am not allowed to use your toilet, I will shit in the ATM.” or ”After a poop, I might open a bank account“.
Theo Dietz is a sculptor and performer who graduated from the State Academy of Fine Arts Stuttgart and subsequently started working in the recycling industry. Recently he completed a Master’s degree at the Dirty Art Department at the Sandberg Institute in Amsterdam.Through a conceptual art practice where themes of wastefulness and abundance become the means to expose neo-capitalist society, Dietz performs daily interventions with trash, humor and critique intertwined reclaiming public spaces as utopian playgrounds. With his performances and projects he has taken part in numerous national and international exhibitions, including the 15th Istanbul Biennial (TUR), Manifesta 11 (CHE), the Bad Video Art Festival (GEO) and the World Congress for Climate Justice (IT).
Innerhalb der Ausstellung fragments of a certain nature beschäftigt sich Sophia Uckmann mit Prozessen und Zuständen von Wachstum, Bewegung und Stillstand, Ekel und Anmut. Die miteinander verwobenen Momente der Arbeit ziehen sich über beide Ebenen der Ausstellungsfläche und bilden natürliche Zyklen der Transformation. Während im Keller mit Hilfe lebendiger Mikroorganismen dicke Häute wachsen, versorgt ihre Nährflüssigkeit die im Stockwerk darüber liegenden Objekte. Es strömen Flüssigkeiten und Gerüche aus, es bilden sich Öffnungen und es zeigen sich wechselseitige Abhängigkeiten innerhalb organischer Austauschprozesse.
Within the exhibition fragments of a certain nature, Sophia Uckmann deals with processes and states of growth, movement and standstill, disgust and grace. The interwoven moments of the work extend across both levels of the exhibition space and form natural cycles of transformation. While thick skins grow in the cellar with the help of living microorganisms, their nutrient fluid feeds the objects on the floor above. Liquids and odors emanate, openings form and interdependencies within organic exchange processes are revealed.