Two rooms. A stereophony is a solo piece by composer/performer Hannes Hoelzl, custom tailored for the R. – Raum für drastische Maßnahmen and the streaming present.
Composed of six movements that alternatingly happen in one of the two rooms of the gallery, it pays homage to Alvin Lucier and the pioneers of stereophony. With the miracles of 60s audio tech, 90s computer music and 2020’s web tech, this live streamed audiovisual happening lets you experience what it feels like being acoustically immersed in two rooms at the same time.
Make sure to wear your favorite headphones!
Der Raum für drastische Maßnahmen wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Die fotografische Arbeit „Shebeen Queens“ widmet sich dem soziokulturellem Phänomen der illegalen Barkultur des südlichen Afrikas und deren zumeist weiblichen Besitzerinnen – den sogenannten Shebeen Queens. Das Wort „Shebeen“ kommt vom irischen ’sibin‘ und bezeichnet eine Bar, in der alkoholische Getränke ohne Lizenz ausgeschenkt werden. Hervorgebracht durch Kolonialpolitik und Apartheid dienten diese Orte zunächst der aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängten indigenen Bevölkerung als Zuflucht. Aus den Wohnzimmern der Townships heraus verbreiteten sie sich und wuchsen im Schatten der Illegalität zu kommerziellen Bars und Orten der Subkultur heran.
Die Serie „Shebeen Queens“ stellt dabei die starken Frauen hinter diesen Lokalen in den Fokus, die in den Townships von Südafrika und Namibia zu den Shebeen Queens geworden sind – selbstbestimmte Entrepreneurinnen, die in einer weitestgehend patriarchal geprägten Gesellschaft als wichtige Stützen der Gemeinschaft fungieren. Entgegen gängiger Stereotype, wonach die Shebeens nur zwielichtige Pubs seien, in denen die Armen ihren kargen Lohn vertrinken und Kriminalität an der Tagesordnung ist, zeigt die Arbeit eine ganz andere Seite auf: Es sind dies nicht zuletzt auch Orte, an denen Frauen sich schwierigster Bedingungen zum Trotz ein eigenes Geschäft aufbauen und somit ihre Familien versorgen.
In den Fotos taucht Julia Runge in die Lebenswelt dieser Orte ein – sucht dabei aber nicht die rauschhaften Momente im Gewirr des Nachtlebens, sondern erzählt viel mehr aus der Sicht des Beobachters analog und entschleunigt, leise und vertraulich von diesen Orten und ihren Besitzerinnen – und ermöglicht dadurch eine neue Perspektive auf zeitgenössische Phänomene innerhalb der dortigen Gesellschaft, auch und gerade in einer Zeit, in der Deutschland seine Kolonialvergangenheit noch einmal aufs Neue aufarbeitet.
Die Ausstellung „Shebeen Queens“ soll multikünstlerisch und multikulturell aufgebaut werden und dabei insbesondere auch die namibische Gemeinschaft einbeziehen. Konkret heißt dies, dass u. a. singende, musizierende, schreibende und mitdiskutierende Namibierinnen und Namibier, die in Berlin und Brandenburg leben, mitwirken werden.
The work „Shebeen Queens“ is dedicated to the bar culture of Namibia and its predominantly female owners – the Shebeen Queens. The word „shebeen“ comes from the Irish “síbín” and connotes a bar where alcoholic drinks are served without a license. In response to colonial politics and apartheid, these places initially served as a refuge for indigenous people, who were persecuted in the public sphere. These bars, which first started in township living rooms, spread and grew in the shadow of illegality to become commercial bars and subcultural hubs.
The project „Shebeen Queens” focuses on the female entrepreneurs who have been able to assert themselves as strong, emancipated women, who act as important pillars of the community in a largely patriarchal society.
Today, the image of the shebeens remain an ambivalent figure for a wide-range of social manifestations. While shebeens are places of emancipation and subculture, their environments also channel alcoholism and crime. But these are also places where women, despite the most difficult conditions, are able to set up their own businesses and provide for their families.
In her photos, Julia Runge immerse herself in the world of these places and – from the viewpoint of an observer – tells analogous and decelerated, quite and confidential stories about these places and their owners. In pursuing this project, she hopes to enable a new way of seeing the contemporary experiences of shebeen culture and phenomena within the local society, particularly in light of Germany’s renewed effort to examine its colonial past.
The exhibition „Shebeen Queens“ is to be structured in a multicultural and multi-artistic way and in particular involve the Namibian community. In concrete terms, this means that Namibians living in Berlin and Brandenburg who sing, make music and write will be involved.
Fotos: Sedlar & Wolff
Das Buch zur aktuellen Ausstellung „Shebeen Queens“ von Julia Runge ist im Palmato Verlag erschienen und kann dort käuflich erworben werden.
09.02. – 22.02.2020 Vernissage, 8. Februar 2020 ab 19 Uhr
Öffnungszeiten: Sonntag 9. Februar 11 – 14 Uhr , die Künstler sind anwesend Donnerstags 13. und 20. Februar 17 – 20 Uhr Samstag 15. und 22. Februar 14 – 17 Uhr
Vortrag von Dr. Wolfgang Ranft „Spaß beiseite – Witz und Humor in Kunst und Wissenschaft“ Donnerstag, 13. Februar 20 Uhr
Das Arbeiten am Typus Bild, das Hinterfragen dessen, was ein Bild ausmacht, was es sein kann oder auch leisten soll, beschäftigt das Künstlerduo fructuoso/wipf (Rubén Fructuoso, 1987 & Beat Wipf, 1982) seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit. Ihr „Bilderdenken“ schöpft aus den unterschiedlichsten Quellen und versucht wenig, bis nichts auszuschliessen. Alles war schon da. Was neu geschaffen wird, ist mehr ein Verwerten, neu Zusammensetzen oder Interpretieren denn ein „Erfinden“ im klassischen Sinn. Bei fructuoso/wipf trifft der Alltag auf den Kult, die klassische Malerei auf das Fertigmöbel oder das Abgeschmackte auf die Schönheit.
Das Duo interessiert sich für den Moment, kurz bevor ein Werk wirklich zum Werk wird. Diesen Moment entstehen zu lassen und vielleicht gar manchmal in einem Ausstellungsstück konservieren zu können, ist jeweils ihr Antrieb.
„fructuoso/wipf mögen keine Endprodukte, sie glauben nicht an einen vorgestanzten Bausatz der Welt. Sie bevorzugen den Kalauer, den Schüttelbecher, die Lumpenlieder des Mittelalters, die indischen Tempelfarben, die Fasnachtsmasken, die Mysterienspiele. Unübersehbar fährt der anarchische Brunzstrahl der Volkskultur durch das Werk der beiden Kunstmacher und nässt Konventionen von Form und Gebaren.“ Mario Lüscher, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft
Beat Wipf, *1982 in Wildensbuch Studium Bildende Kunst an der HSLU, Mitglied des Kollektivs Antipro Rubén Fructuoso, *1987 in Schaffhausen Studium Kunst & Medien an der ZHdK Seit 2012 in Neuhausen a. Rhf und Winterthur als künstlerisches Duo tätig.
Working on the genus of Image, the questioning of what makes an Image, what it can or even what it should be, has kept the artist duo fructuoso/wipf (Rubén Fructuoso, 1987 & Beat Wipf,1982) occupied since the very beginning of their collaboration. Their way of thinking about image draws on a manifold of sources and tries to exclude close to nothing. Everything has already been. Whatever is ’new‘ is rather a recycling, analternative compositionor a new interpretation than a novel invention.
In fructuoso/wipf’s work the mundane meets the cult, classical painting clashes with the fixture, the tasteless is paired with the beautiful.The duo is interested in the moment just before a work becomes a ‚piece‘. To generate this moment and possibly even conserve it in an exhibition piece is what drives them.
„fructuoso/wipf don’t like a final product, they don’t believe in the world as a precut construction kit.Their preference goes to the corny joke, the shaker, a bawdy song from the middle ages, to Indian temple colours, the carnival mask, to mystery games. Folk culture’s anarchic stream of piss conspicuously sloshes through the work of the two artists and douses all conventions of form and conduct.“ (transl.) Mario Lüscher, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft
„sky is the limit“
Fotos: Sedlar & Wolf / Fructuoso & Wipf / Ana Baumgart
Kunstversteigerung am 14.12.2019 Besichtigung ab 18 Uhr Versteigerung ab 20 Uhr
Immer wieder im Dezember veranstaltet der Raum für drastische Maßnahmen eine Kunstversteigerung. Hier können Gemälde, Fotografien, Drucke, Skulpturen und vieles mehr, von diversen Künstler*innen ersteigert werden. Alle Erlöse fliessen an die Künstler*innen und in die Erhaltung des Raums.
Teilnehmende Künstler*innen:
Anaïs Edely, Andy Kania, Anthony Burill,Anne Louise Blicher, Achim Stiermann, Beatrix Landsbek, Chrisse Kunst, Daan Botlek, Dilan Capan, Emmanuelle Wilhelm, Fabian Hub, Finja Sander, Florian Hesselbarth, Isabella Bram, Jean-Baptiste Monnin, Joris Hunold, Karmen Kraft, Kennet Lekko, Koosha Moossavi, Lisa Ballmann, Lisa Braun, Ludger Naekel, Nikolas Claussen, Nora Frohmann, Oscar Angel Rey Soto, Pauli Beutel, Regina Kelaita, Renke Brandt, Shooresh Fezoni, Sven Lindhorst-Emme, Tobias Kappel, Wilfrid Grössel, Wolf-Roberto Schimpf, Wolfgang Ranft, Yannick Riemer…
Vernissage: 29. November ab 19 Uhr Ausstellungsdauer: 30. November – 8. Dezember
Der Anlass für die Ausstellung Underground Föning ist das Loch im Boden des Raums für drastische Maßnahmen. Als Auslass für durch die Luft geblasene Kunststoffkugeln verbindet es den Keller mit der Bar im Ablauf der dafür konzipierten Installation. Dazu sind Achim Stiermanns kinetische Halmkonstruktionen zu sehen. Die bewegten Plastikplastiken stellen weitere Kreisläufe dar.
Orbit(2018/19) lässt Tischtennisbälle durch den Raum schweben. Mercedes (2014/15) hat vier Räder und fährt damit einen dreistrahligen Stern um die Kurve. Die Leichte Schwerkraftmaschine (2009/10) wird erstmals in Berlin präsentiert und zeigt die Anfänge der Tischtennisballanimation.
Stiermanns plastische zeitbasierte Bildwerke und Maschinen sind aufgrund ihrer komplexen Fragilität und ihrem geringen Materialwert nahezu kunstmarktunkompartibel und treten dadurch in einen erfrischenden Kontrast zur üblichen Galerien- und Museumsware. Durch das geplante Einwegplastikverbot und das damit einhergehende Halmaus sieht er sich zudem mit Zensur durch die EU konfrontiert. Underground Föning ist daher vielleicht die letzte Chance, sie noch einmal zu sehen.
Achim Stiermann (*1975) studierte an der Kunstakademie Wien und an der Ecole régionale des beaux-arts de Nantes. Seit 2011 lebt er in Berlin.
Öffnungszeiten: Sa 30/11 16-19h So 1/12 16-19h Mo 2/12 17-20h Di 3/12 17-20h Mi 4/12 17-20h Do 5/12 zu Fr 6/12 17-20h Sa 7/12 15-19h – Workshop So 8/12 16-19h
Workshopangebot: Trinkhalmbau, Samstag den 7. Dezember von 15 – 19 Uhr, Anmeldung unter: mail@rpunkt.org
Bau von dreidimensionalen Objekten aus Trinkhalmen mit Knick. Altersgruppe: ab 12 Jahren, auch für Erwachsene max. 8 Personen Dauer: 4 Stunden bitte mitbringen: Schere, spitz zulaufend, gut schneidend, keine Kinderscheren Unkostenbeitrag: 8€
The exhibition will continue till 17. November 2019
“Metamorphosis is the result of a journey into unexplored horizons in which artists from all over the world have decided to leave their individual comfort zone for a joint adventure. Without a doubt, a passionate journey, which as happened to Ulises and his companions on their return to Ithaca, has allowed them to plough through the deep emotional seas of these 16 artists with the aim of showing, sharing, empowering and finally transforming the already known artistic languages of their works by other plastic expressions in which the concept of group acquires another, more powerful meaning with a form of identity of its own. Metamorphosis is therefore the fruit of a unique and enriching experience that has allowed, on the one hand, to grow and evolve the individual work of 16 artists and on the other hand, to consider and reflect art as a universal language, as a form of expression that is globalized, supportive and free in which there are no borders and in which being, understood as a group, here, becomes a whole” KNOT is an international group formed by about 18 artists focused on painting, photography, graphic art, sculpture etc but without ruling out other forms of expression. For each exhibition we choose a theme to. For our first exhibition in Berlin we have chosen, Metamorphosis.
Vernissage: 18.10.2019 ab 18 Uhr Ausstellunsdauer: 19.10. – 27.10.2019 Besichtigungstermine nach Vereinbarung
Traced Promenade ist ein handgefertigter Handlauf, der horizontal den Ausstellungsraum durchschneidet. Auf der Höhe der Hand sind künstlerische Arbeiten der drei KünstlerInnen angebracht, ihnen folgend leiten sie einen durch den Raum. Den Blick nach unten gesenkt folgt man dem rund geformten Holz auf der Höhe von 105 cm, griffsicher und handwarm lädt es zur Berührung ein.
Den Raum durchlaufend werden Spuren der einzelnen künstlerischen Postionen sichtbar.
„Gute
Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.“ Das ist das
Ergebnis zweier Harvard-Studien, die 75 Jahre lang mit über 600
Probanden erforscht haben, was Menschen wirklich glücklich macht.
Was passiert nun mit unseren Beziehungen, wenn wir uns größtenteils
über das Internet verständigen?
Online-Kommunikation
überbrückt physische Distanzen und verbindet uns miteinander.
Problemlos schicken wir Nachrichten über Kontinente hinweg und
erhalten sekundenschnell eine Antwort. Jedoch fehlt das physische
Gegenüber. Körper, Mimik und Gestik des Anderen sind nicht mehr
Teil des zwischenmenschlichen Austauschs. Wir sind mit dem Screen
allein, während wir sozial interagieren. Wie ein Spiegel wirft uns
der Bildschirm auf uns selbst zurück. Nur die eigene Weltsicht
befindet sich mit uns im Raum, während die der anderen aus dem
Blickfeld geraten. Diese einseitige Wahrnehmung kann zu
Empathieverlust und schließlich zu respektlosen, hasserfüllten
Kommentaren führen. Sobald wir selbst persönliche Informationen im
Internet veröffentlichen, sind wir der Bewertung durch andere
ausgesetzt, können aber umgekehrt auch selbst kommentieren.
Die
in der Ausstellung versammelten Arbeiten beschäftigen sie mit
verschiedenen Formen sozialer Interaktion im Internet. Nutzer*innen
streamen sich selbst schlafend und lassen sich dabei von anderen
liken. Avatare in Videospielen setzen sich der Gewalt von Mitspielern
im virtuellen Raum aus. Hassredner flüchten sich in Isolation und
lassen ihrem Frust online freien Lauf. Andere schaffen sich eine Welt
mit eigens dafür kreierten Avataren.
In
der Arbeit
Rhythm Zero Los Santos legt
der Künstler
Jonas Blume
das Schicksal seines Avatars in die Hände seiner digitalen
Kontrahent*innen im Onlinespiel Grand
Theft Auto.
Die von realen Mitspieler*innen gesteuerten Avatare malträtieren
jenen mit diversen Requisiten wie Golfschlägern, Messern, Brecheisen
und Pistolen. Der virtuelle Raum wird hier zu einem gefährlichen
Ort, der alle dazu verdammt, eine aktive Rolle einzunehmen um zu
überleben.
Die
Künstlerin Manja
Ebert
widmet sich in ihrer Arbeit sleepingsquad
einer Sektion auf dem Onlineportal younow.com, auf dem sich die
Nutzer*innen beim Schlafen live streamen. Mit dieser intimen Form der
Selbstdarstellung setzen sie sich bewusst der Situation aus, im
Schlaf schutzlos den Reaktionen der Anderen ausgeliefert zu sein. Die
Zuschauer*innen können kommentieren, liken und Geld für die
Schlafenden spenden.
Der
Künstler Aron
Lesnik
begibt sich in die Rolle eines misogynen Hassredners, der alleine in
seiner Wohnung herum streift. Die Arbeit ISOLATION
versinnbildlicht das Gefangensein in der eigenen Welt und die
Unfähigkeit Beziehungen mit anderen Menschen, besonders mit Frauen,
eingehen zu können. Die Distanz zu Anderen mündet in
Hasskommentare, die online gepostet und in entsprechenden Communities
geteilt werden.
Lauren
Moffatt untersucht
die Online-Community der Tulpamancer, von der sie selbst ein Teil
ist. Tulpamancer kreieren Avatare, sogenannte Tulpas, und geben ihnen
eine eigene, virtuelle Gestalt und Identität auf sozialen
Plattformen. Ähnlich wie mit imaginären Freunden pflegen sie
Beziehungen mit ihnen. Sie glauben, dass die Tulpas ein eigenes
Bewusstsein haben und nicht vollständig von ihrem Host gesteuert
werden können. In ihnen kommt der Wunsch der Tulpamancer nach einem
emphatischen Gefährten zum Ausdruck.
Die ausgestellten Arbeiten geben Einblick in unser Verhalten im Internet. Wir scheuen uns nicht, intimste Momente zu teilen oder gewaltsam gegen Avatare der Mitspieler*innen vorzugehen. Wir isolieren uns und agieren in Online-Communities. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten verändern unser soziales, moralisches sowie ethisches Handeln und unser Miteinander. Die großangelegten Harvard-Studien sehen die Voraussetzungen für Glück und Gesundheit in guten Beziehungen. Es liegt an uns herausfinden, welche Kommunikations- und Beziehungsformen uns im digitalen Zeitalter zum Glücklichsein verhelfen. In unserem eigenen emotionalen Wohlbefinden liegt auch der Schlüssel für die Fähigkeit zu einem empathischen Miteinander.
Vernissage: 06.09.2019 ab 19 Uhr mit HYPER HYPER DJ Set Ausstellungsdauer: 07.09. – 15.09.2019 Öffnungszeiten: Mi – Fr 18 – 20 Uhr, Sa und So 16 – 19 Uhr
Finissage: Sa 14.09. 2019 16 – 22 Uhr der Künstler ist anwesend
Sonntag 15.09.2019 Artist Talk und Live Aufnahme des Podcast „Warum ist das Leben so lang?“ mit Florian Hesselbarth, Paule Hammer und Andy Kania
Raum für drastische Maßnahmen / Oderstr. 34 / 10247 Berlin / S&U Frankfurter Allee / Ostkreuz
Kanias Fotos erteilen Einblick in urbane, bizarre Restrealitäten.Das Medium der Fotografie als Erzeugerin von „vom Wirklichen abgeriebene Bilder“ (Barthes) spiegelt sich in der Darstellung sonderbarer Randgestalten die von der Wirklichkeit aufgerieben scheinen.Im Spannungsfeld zwischen Groteskem und Ästhetischem schafft es Kania durch Intimität den asozialen Voyeurismus zu entgrenzen und dringend benötigte gesellschaftliche Empathie zu fördern.
Opening: 06.09.2019 – 7 pm with HYPER HYPER DJ Set Exhibition: 07.09. – 15.09.2019 Opening Hours: Wed – Fr 6 – 8 pm, Sa und So 4 – 7 pm
Andy Kania’s images offer a glimpse into a world of bizarre urban realities. His photography deals with „from the real abraded pictures“ (Barthes) that mirror the conditions of the social outsiders he depicts. Yet, by creating a sense of intimacy in the tension between grotesqueness and beauty, Kania manages to satisfy the voyeuristic reflex and nurture an essential and urgently-needed social empathy.
Nach der Europawahl vor ein paar Wochen habe ich gedacht, die nächste Ausstellung die ich mache, mache ich aus Rache. Und sie sollte nicht politisch sein. Es sollte eher um Emotionen gehen. Weil, politische Kunst, das ist zu kompliziert. Und wenn ich dann auch noch jemandem versuche zu erklären, das ich Konzeptkunst mache, dann ist es eh vorbei. Ratlose Gesichter, „oh Gott, Konzeptkunst! Na hoffentlich versteh ich das!“ Das geht mir auch immer so. Einfache Emotionen verstehe ich dagegen viel besser. Niemand wird die Ausstellung schlauer verlassen, als er sie betreten hat. Im Raum für drastische Maßnahmen – am Namen merkt man schon, hier wird an Utopien und Idealen gebastelt – versuche ich mich an einer Positionierung irgend wo dazwischen. Um genau zu sein, 1990. Eine Wende-Ausstellung oder eine mit vielen Wendungen, könnte man sagen, denn auch da liegt Routine drin. Die Kinder aus den 80er und 90er Jahren verbringen viel Zeit mit Fernsehschauen. Am frühen Samstagmorgen beobachteten wir unsere Helden auf der “anderen Seite”. Nicht ohne Grund tauchen da Gesichter auf die sich so ähnlich sind (Helmut Kohl/Dumbo). Kunsthandwerk, kunstloses Zerstören, Mauern einreisen, alles findet seinen Platz. Deswegen bin ich da, im Raum, weil mir die Frage nicht aus dem Kopf geht – Was geschah in der Nacht zum Dienstag?